Engel-Ausstellung - In Würzburg

Vom Drachentöter zum Jahresendzeitflügler

Das Museum am Dom in Würzburg zeigt eine Schau mit Engelsdarstellungen von der Spoätgotik bis heute

Fast alle Kulturen der Welt kennen in irgendeiner Form Engel – geflügelte Wesen als Mittler zwischen Himmel und Erde. Im alten Persien hießen sie Malakhim; Darstellungen geflügelter Götterboten tauchen im antiken Mesoptamien auf, den Griechen hat die Kultur die geflügelte Nike von Samothrake zu verdanken, die heute ein Treppenhaus im Pariser Louvre bewacht.

Im Christentum überbrachte ein Engel Maria die frohe Botschaft, der Erzengel Michael machte dem Drachen den Garaus, war Sieger über Satan, Beschützer des Volkes Israel und später für die katholische Kirche der Kämpfer für den rechten Glauben. Im Barock werden die Engel auf einmal klein, nackt und drollig und heißen Putten. Zu Weihnachten werden heute Trompete blasende Engelchen aus Ton oder Gips, mal mehr, mal weniger kitschig, gerne genommen, in der DDR wurden diese im schönsten Amtsjargon "Jahresendzeitflügler" genannt.

Diesem himmlischen Hofstaat in allen seinen Facetten widmet sich jetzt die Ausstellung "Engel – himmlische Boten und Begleiter" im Museum am Dom in Würzburg. Das Spektrum der ausgestellte Werke reicht von der Spätgotik ("Erzengel Michael", Franken, um 1500) über das Barock ("Trauernder Engel" von Johann Steuerwald, um 1770) bis in die klassische Moderne (Otto Dix: "Anbetung der Könige", 1948) und in die Gegenwart ("Baby Angel", 1982, von Keith Haring). In der Bildenden Kunst wurden die himmlischen Heerscharen gerne als begleitende Elemente für biblisches Geschehen genutzt. Ursprünglich waren sie nur männlich, erst seit der Renaissance tauchen auch weibliche Engel auf.

Engel – Himlische Boten und Begleiter

Termin: 10. Dezember bis 23. Januar
http://www.museum-am-dom.de/