New Sculpture - London

Ausgestopftes Pferd und Beethovens Ohr

Die Saatchi Gallery in London zeigt zum ersten Mal ausschließlich dreidimensionale Arbeiten – eine Übersicht über skulpturale Tendenzen der letzten Jahre

Nur Vincent van Gogh war erfolgreicher: Seine Ausstellung in der Royal Academy war die meistbesuchte Londoner Schau 2010 – aber dann kam auch schon Saatchi. Die Plätze zwei bis vier gingen an Ausstellungen in der Galerie des Kunsthändlers Charles Saatchi – "Newspeak: British Art Now", "Abstract America: New Painting and Sculpture" und "The Empire Strikes Back: Indian Art Today".

Die Erfolgsgeschichte könnte weitergeschrieben werden: "The Shapes of Things to Come: New Sculpture Part 1" vermittelt jetzt einen "nie dagewesenen Blick auf einige der aufregendsten skulpturalen Werke der letzten Jahre", wie es selbstbewusst in der Ankündigung heißt. Werke "von Granit-Monolithen, Neonarbeiten, demolierten Autos bis zum ausgestopften Pferd" und Materialien von Ton, Metall, Styropor, Holz und Fundstücken sollen die "Mannigfaltigkeit und die Dynamik des Mediums" demonstrieren.

Von Riesen und Urzeitviechern

Aus Neonröhren haben etwa die beiden deutschen Künstler Anselm Reyle und Björn Dahlem ihre Installationen gefertigt. Martin Honert baute aus Styrodur und Polyurethan, mit Kleidung aus Wolle und Leder seine drei Meter Hohe Figurengruppe "Riesen". John Baldessari formte aus Kunstharz, Glasfaser, Bronze, Aluminium und elektronischem Equipment "Beethovens Trompete (mit Ohr)", Joanna Malinowska schuf aus Gips und Ton ein Urzeitviech mit Namen "Boli". Es ist die erste Ausstellung der Saatchi Gallery, die sich ausschließlich dreidimensionalen Arbeiten widmet.

The Shape of Things to Come: New Sculpture Part 1

Termin: 27. Mai bis 16. Oktober. Katalog: 10 Pfund
http://www.saatchi-gallery.co.uk/