20 Jahre MMK - Frankfurt am Main

Pop Art war das Fundament

Drei Direktoren und 20 Jahre - das MMK feiert sich und zeigt alle seine Schätze an drei Orten

Es begann mit Andy Warhol. Mit Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein und Claes Oldenburg. Noch bevor das Museum für Moderne Kunst vor 20 Jahren eröffnete, war Pop Art das Fundament. Bereits 1981 hatte die Stadt Frankfurt Werke aus der Sammlung des Darmstädter Unternehmers Karl Ströher für das Museum erworben, darunter auch wegweisende Objekte von Künstlern der Minimal Art wie Donald Judd oder Carl Andre sowie Werkgruppen deutscher Künstlerstars wie Gerhard Richter und Blinky Palermo.

Unter der Interims-Leitung von Peter Iden kam Joseph Beuys’ „Blitzschlag mit Lichtschein auf Hirsch“ in die Sammlung, die jetzt zum Jubiläum erstmals in ihrer ganzen Bandbreite an drei Orten der Stadt zu sehen sein wird (neben dem Haupthaus im MMK Zollamt sowie in einem Bestandsgebäude des MainTor-Areals am Frankfurter Mainufer).

Maßgeblich war es jedoch Jean-Christophe Ammann, der das Haus ab 1989 zu einem der aufregendsten Hot Spots für zeitgenössische Kunst ausbaute. Sein Faible für erotisch konnotierte Werke, etwa von Jock Sturges, Nobuyoshi Araki und Larry Clark, war manchen Kritikern zwar genauso suspekt wie Ammanns Ankäufe blutjunger Künstler, die zuweilen nicht einmal fertig studiert hatten, sein Weitblick zeigte sich jedoch bei Künstlern wie Andreas Slominski, Martin Honert, Rosemarie Trockel oder Charlotte Posenenske, deren Kunst er früh gesammelt hat.

Unter Ammanns Nachfolger Udo Kittelmann gelangten ab 2002 nicht nur markante Installationen wie David Reeds Schlafzimmer, Gregor Schneiders Schaufenster und Tania Brugueras schrille Licht-Schuss-Arbeit ins Haus, Kittelmann konnte auch die Kollektion des Kölner Galeristen und Sammlers Rolf Ricke für das Museum sichern und damit bedeutende Arbeiten vorwiegend amerikanischer Künstler an den Main holen. Für Furore sorgte Kittelmann mit umstrittenen Einzelschauen von Elaine Sturtevant und Bernard Buffet oder einer Ausstellung mit Gegenständen, die er bei Ebay ersteigert hatte.

Unter der Leitung von Susanne Gaensheimer kamen seit 2009 Auftragsarbeiten von Konzeptkünstlern wie Cerith Wyn Evans, eine raumgreifende Wandmalerei von Sarah Morris oder Fotografien von Juergen Teller ins MMK. Zum Jubiläum, zu dem neben Altvertrautem auch Schätze gezeigt werden, die bislang im Depot versteckt waren, sind Rauminstallationen von Isa Genzken und Wolfgang Tillmans geplant.

MMK – 20 Jahre Gegenwart

bis 9. Oktober
Frankfurt/Main, Museum für
Moderne Kunst
http://www.mmk-frankfurt.de/