Matthias Weischer - Leipzig

Mit Disziplin und einem Fahrplan

Farbtrunkene Radierungen und Lithografien des Leipziger Malers

"Et in Arcadia ego" war das große Thema von Goethes "Italienischer Reise". Immer wieder haben auch bildende Künstler ihren Italienaufenthalt als kreatives Schlüsselerlebnis empfunden. Der Leipziger Maler Matthias Weischer bildet da keine Ausnahme. Sein Stipendium in der Villa Massimo in Rom 2007 brachte für ihn nicht nur eine Hinwendung zu Themen wie Gärten, Natur und Licht, sondern auch eine persönliche Wiederentdeckung von Grafik und Papierarbeiten.

Das Museum für bildende Künste Leipzig richtet dem einstigen Meisterschüler von Sighard Gille jetzt eine Einzelausstellung für diese aktuellen Werke ein.

Üppige Vegetation, Parks und Skulpturfragmente verweben sich in Weischers Radierungen und Lithografien zu opulenten Ornamenten und arkadischen Landschaften. Anders als die Malerei nötige ihm die Grafik "konzentriertes, organisiertes Arbeiten ab, das nach Disziplin und einem Fahrplan verlangt". Diese Herausforderung wird besonders bei Farbradierungen deutlich, wo Weischer mit bis zu fünf Platten operiert. In Vlado Ondrej, der in der Leipziger Baumwollspinnerei sein "Atelier für Radierung" betreibt, hat Weischer einen kongenialen Partner gefunden.

Mit geradezu farbtrunkenen lithografischen Blättern geht er sogar noch einen Schritt weiter und schichtet Elemente aus bis zu elf verschiedenen Steinen übereinander. "Die Farben verführen, und es wird schwierig, Maß zu halten", so Weischer. Neuerdings übt er sich jedoch wieder in Reduktion: Für sogenannte "Pulp Paintings" bearbeitet er großformatige Papierbahnen mit koloriertem Papierbrei. Hier bändigt er Muster zu ruhigen, fast klassischen Kompositionen, die an Barockgärten erinnern.

Matthias Weischer

Leipzig, Museum der bildenden Künste
bis 28.8.

Der Katalog "Kunstwerkstatt Matthias Weischer" ist
im Prestel Verlag erschienen und kostet 25 Euro

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