Gesichter der Renaissance - Berlin

Schöne Damen, mächtige Herren

"Gesichter der Renaissance" heißt eine große Ausstellung im Berliner Bode-Museum. Sie zeigt, wie Künstler im 15. Jahrhundert das Porträt neu erfanden. Zur Schau verlost art 150 VIP-Karten im Wert von je 30 Euro. Diese berechtigen zum sofortigen freien Eintritt auch bei Warteschlangen. Vielen Dank für die rege Teilnahme! Die Tickets sind nun vergeben. Alle Gewinner erhalten von uns in den nächsten Tagen eine E-Mail mit einem Link und dem Zugangscode für das VIP-Ticket.

Das Italien der Frührenaissance hat viele Gesichter. Die in Bronze geprägten Profile der Herrscher von Mailand, Ferrara oder Neapel zum Beispiel. Die in Marmor gemeißelten Häupter Florentiner Bankiers und die mit Tempera gemalten idealen Züge ihrer Bräute. Oder venezianische Kaufleute in Dreiviertelansicht, auf neuartig subtile Weise in Öl festgehalten, um Rang und Würde ihrer Familien zu bekräftigen.

Rein gar nichts hätten Porträts von den Fürstenhöfen des 15. Jahrhunderts, aus der Republik Venedig und aus Florenz miteinander gemein, versichert Stefan Weppelmann, Kustos für frühe italienische Malerei an der Berliner Gemäldegalerie und Kurator der Ausstellung "Gesichter der Renaissance" im Bode-Museum. So verschieden die politische Lage in den einzelnen Teilen der politisch zersplitterten Halbinsel war, so verschiedene Ziele verfolgte man mit der Kunst. In einem Punkt aber trafen sich die Interessen: Sein Ebenbild malen, in Stein hauen oder in Metall gießen zu lassen, war Politik – Machtpolitik, Familienpolitik, Geschäftspolitik. Schon sich auf diese Art als darstellungswürdig zu erweisen, bedeutete Prestigegewinn in einer Zeit, in der Bilder rar, teuer und aufwendig waren.
Über 140 Gemälde, Büsten, Medaillen und Zeichnungen haben Weppelmann und sein Kollege Keith Christiansen vom New Yorker Metropolitan Museum of Art zusammengebracht – eine wohl unwiederholbare Leistung, denn vieles davon gibt kein Konservator ohne Bauchschmerzen aus der Hand. In Italien wurde damals durchweg auf Holztafeln gemalt, die sich bei schwankender Temperatur oder Luftfeuchtigkeit verziehen; das lockert die jahrhundertealten Farbschichten ebenso wie Erschütterungen auf dem Transport. Dass die Berliner in den Ausstellungssälen normalerweise Skulpturen von Tilman Riemenschneider und andere hölzerne Kostbarkeiten zeigen, mag das Vertrauen der Leihgeber in die Klimaanlage gestärkt haben.

Wer die oft theatralischen Bildnisse späterer Epochen im Kopf hat, wird sich erst einmal einsehen müssen: Auf Gemälden der frühen Renaissance tun sich die Dargestellten weder durch große Gesten hervor, noch suchen sie für gewöhnlich den Blickkontakt zum Betrachter. Es war eine Zeit, in der das Porträt als selbstständiges Kunstwerk – also nicht als Grabmalsfigur oder als Stifterbildnis auf einer Altartafel – neu entwickelt, individuelle Ähnlichkeit zum Maßstab für Qualität erklärt wurde.

Nicht, dass die Italiener dieses Interesse exklusiv gehabt hätten; die lebensvollen Dreiviertelansichten aus den burgundisch-niederländischen Ateliers eines Jan van Eyck oder Robert Campin wirken aus heutiger Sicht moderner als die Florentiner Profile. Doch die italienische Frührenaissance war eine in sich geschlossene Epoche von eigenem Reiz. Immerhin saß man südlich der Alpen an der Quelle von Vorbildern wie römischen Büsten, den Traktaten antiker Autoren, die von den Gelehrten allmählich wiederentdeckt wurden, und nicht zuletzt den Münzen der Kaiserzeit.

Gekürzte Fassung.


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"Gesichter der Renaissance"

Termin: bis 20. November, Bode Museum Berlin, Katalog für 20 Euro, erschienen im Hirmer Verlag
http://www.smb.museum/smb/standorte/index.php?objID=28&p=2