Buddhas Spur - Bochum

Buddha trifft Prada

Das Kunstmuseum Bochum stellt die Arbeiten jüngerer asiatischer Künstler vor und zeigt, welche Spuren der Buddhismus darin hinterlassen hat.

Buddha erlebt sein einigen Jahren Hochkonjunktur nicht nur in Deutschland. Ob sich allerdings alle, die sich einen Buddha als Dekoelement ins Bücherregal stellen (geschmackloser Höhepunkt: eine Klobürstenhalterung mit Buddha-Abbild einer Drogeriemarkt-Kette) wirklich bewusst sind, dass es sich zum eine Religion handelt, die noch heute in vielen asiatischen Ländern ausgeübt wird, mag man bezweifeln.

Sinnlich, sensibel, aber vergänglich

Einen Einblick in die ungebrochene Präsenz des Buddhismus in Asien zeigt jetzt eine Ausstellung im Kunstmuseum Bochum. Unter dem Titel "Buddhas Spur" will sie Wechselwirkungen zwischen Gegenwartskunst und buddhistischer Kultur aufzeigen. Werke von elf Künstlern zeigen, wie sich Spuren des Buddhismus in aktuellen Arbeiten niedergeschlagen haben.

Der Thailänder Kamin Lertchaiprasert (Jahrganh 1964) greift klassische Motive für seine reduzierten Arbeiten aus Stein und Holz auf. Schimmernde Seifenblasen als meditatives Symbol für die kurze Spanne zwischen Entstehen und Vergehen hat der Japaner Takakazu Takeuchi (Jahrgang 1961) in seinen Fotoarbeiten mit ganz realistischen Zitaten aus der westlichen Konsumwelt ("Prada","Chanel", "Daytona") kombiniert. Mit Tintenfisch-Tinte schreibt die Taiwanesin Charwei Tsai (Jahrgang 1980) Mantras auf Tofuwürfel, Eis oder Lotusblätter – es entstehen, sinnliche, sensible, aber vergängliche Kleinkunstwerke.

Buddha wurde lange nur durch Symbole dargestellt

Der Titel "Buddhas Spur" verweist indirekt darauf, dass der Buddhismus eigentlich eine Religion ohne Gott ist. Die bekannteste (historisch verbürgte) Inkarnation des Erleuchteten, Buddha Siddharta Gautama (geboren um 560 vor Christus), wurde bis zum zweiten Jahrhundert nach Christus nicht als Person, sondern nur durch Zeichen – den Fußabdruck, die Lotosblüte, das Rad der Weisheit – dargestellt.

Ein solcher steinerner Fußabdruck aus der Zeit von 200 bis 400 nach Christus ist neben der zeitgenössischen Kunst in der Ausstellung zu sehen, dazu auch Buddha-Büsten, Rollbilder und Tuschzeichnungen. Das soll, so die Veranstalter "Raum für inhaltliche und formale Assoziationen" lassen und die historischen Exponate zu den zeitgenössischen Arbeiten "individuell in Beziehung setzen". Die Ausstellung ist eine Kooperation der Kunstiftung NRW mit der Ruhrtriennale.

"Buddhas Spur - Zeitgenössische Kunst aus Asien"

Termin: bis bis 13. November 2011, Kunstmuseum Bochum
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