Roads of Arabia - Berlin

Ein Ölstaat zeigt seine Kostbarkeiten

Im Berliner Pergamon-Museum sind wertvolle, zum Teil noch nie in Deutschland gezeigt Objekte einer jahrtausendealten Kultur zu sehen

Saudi-Arabien besitzt das weltweit größte Erdölvorkommen der Welt – im Jahr 2000 stammten 12,3 Prozent des weltweit geförderten Rohstoffs aus dem Königreich auf der Arabischen Halbinsel, das zugleich die beiden heiligsten Stätten des Islams beherbergt, das Grab des Propheten Mohammed in Medina und die Kultstätte Kaaba in Mekka. Zeit eigentlich, sich auch einmal auf die kulturellen Errungenschaften des Landes zu konzentrieren, deren früheste Funde aus der Zeit vor 1,3 Millionen Jahren stammen.

Eine Ausstellung im Berliner Pergamon-Museum – eine Gemeinschaftsproduktion des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und der "Saudi Commission for Tourism and Antiquities" – hat nun Schätze und beeindruckende kulturelle Zeugnisse in der Ausstellung "Roads of Arabia" vereint. Älteste Objekte sind Steinwerkzeuge des Homo Erectus, mit dem im Altpaläolithikum, der Altsteinzeit, die Menschheitsgeschichte begann.

Inspiration aus Mesopotamien

Erste Siedlungen entstanden um 5500 vor Christus, aus dieser Zeit stammen die ältesten Keramiken der Arabischen Halbinsel. Die Art der Bemalung dieser Gefäße war bereits von Funden aus Südmesopotamien bekannt, vermutlich waren die Bewohner Arabiens mit Schiffen in dieses Gebiet gelangt und hatten dieses Kunsthandwerk dort kennengelernt. Tönerne Bootsmodelle aus der Zeit um 3300 vor Christus zeigen, dass die Seefahrt eine wichtige Rolle gespielt haben muss.

Der Schmuck des Mädchens von Thaj

Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Kolossalstatuen von Dedan, eine Gruppe Figuren, die in Tempeln und Kultstätten der südarabischen Stadt Dedan gestanden hatten. Ihr Stil geht auf die Kunst Altägyptens zurück. Ein weiteres Highlight sind die kostbaren Grabbeigaben aus dem ersten Jahrhundert vor Christus für ein Mädchen, das saudische Archäologen 1998 in der Stadt Thaj im Nordwesten des Landes ausgegraben hatten: eine dünne Goldplatte, die das Gesicht des Mädchens bedeckt, ein goldener Handschuh und goldene Bänder, die um ihr Haupt geschlungen sind, sowie drei Ketten, mit Rubinen, Perlen und Türkisen verziert, zwei goldene Ohrringe und ein goldener Gürtel.

Roads of Arabia

Termin: 26. Januar bis 9. April; Katalog: 45 Euro
http://www.smb.museum/smb/standorte/index.php?p=2&objID=27