Richard Artschwager - New York

Das preiswerteste Kunstwerk

Am 26. Dezember wird Richard Artschwager 89 – im Whitney Museum ist nun eine umfassende Ausstellung mit Werken des Konzeptkünstlers zu sehen.

Bereits auf seine erste Einzelausstellung musste Richard Artschwager lange warten. Die hatte der damals 42-Jährige 1965 in der Galerie von Leo Castelli in New York.

Kurz vor seinem 89. Geburtstag im Dezem­ber wird einem der großen Minimalis­ten seiner Generation vom Whitney Museum seine bislang umfassendste Retrospektive ausgerichtet. Artschwager übernimmt mit 120 Werken den vierten Stock des Museums. Für Kuratorin Jennifer Gross hat der New Yorker Künstler, der sich ebenso bei der Pop Art und bei der Konzeptkunst zu Hause fühlte, mit seinem Werk vor allem Kategorien verschwimmen lassen: "Seine Bilder und Objekte ernüchterten Pop, erhellten den Minimalismus und machten aus der Konzeptkunst etwas anderes als das Spiel eines denkenden Mannes."

1967, als sich Artschwager auf der Suche nach dem preiswertesten, am einfachsten zu verstehenden Kunstwerk befand, entwickelte er das "blp". "Ich versuchte, mit der minimalen Anzahl von Pinselstrichen und Linien etwas zu schaffen, das wiedererkennbar wie eine Katze war", erklärte er. Das Ergebnis ist ein meist schwarzes, kapselförmiges Element, das unaufdringlich daherkommt und dennoch stört. "Eine sinnlose Invasion des sozialen Raums durch ein Logo-artiges, völlig nutzloses Element", so der Künstler. 100 dieser unnützen Störenfriede werden im Highline Park und auf dem alten Breuer-Gebäude Uptown zu sehen sein.

Immer wieder arbeitete Artschwager mit der Fremdheit des Vertrauten. Tische, Stühle, Türen, Fenster sowie Bücher und Satzzeichen wurden bei dem früheren Möbelbauer, der Biologie, Chemie und Mathematik studiert hatte, zu geisterhaften Versionen ihrer ursprünglichen Vorlagen. Artschwager schuf Objekte mit Dekor-Laminat und malte auf gemusterte Dämmstoffplatten, die seinen Bildern eine Struktur verliehen und sie in Nähe der Bildhauerei rückten. "Skulpturen sind zum Berühren, Malerei für das Auge", hat Artschwager in den sechziger Jahren geschrieben. "Ich wollte Skulpturen für die Augen und Malerei zum Berühren machen."

Richard Artschwager!

New York, Whitney Museum
Bis 3.2.13

Der Katalog erscheint bei Yale University Press und kostet 65 US-Dollar
http://whitney.org/Exhibitions/RichardArtschwager

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