Pracht auf Pergament - München

Kostbarkeiten zum Lob Gottes

Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zeigt Meisterwerke der Buchmalerei.

Klöster mit ihren umfangreichen Bibliotheken waren im Mittelalter das Zentrum zur Vermittlung von Wissen.

Bis zur Ausbreitung des Buchdrucks kopierten die Mönche in den Schreibschulen in mühevoller Arbeit theologische Texte auf Pergament. Da die Tierfelle und die mine-ralischen Farben bereits ein kostbares Ausgangsmaterial waren, entwickelten sich die zum Lob Gottes prachtvoll illuminierten Handschriften zu einem Luxusartikel, den sich nur wohlhabende Auftraggeber leisten konnten. Die schönsten von ihnen entstanden in der ottonischen Zeit unter den Herrschern Otto III. und Heinrich II.

In der Ausstellung "Pracht auf Pergament. Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180" präsentiert die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung nun eine Auswahl von 75 kostbaren Handschriften aus den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek und der Staatsbibliothek Bamberg. Höhepunkte sind ein mit Gold und Silber auf purpurgetränktes Pergament geschriebenes Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert, der mit Edelsteinen verzierte Uta-Codex, sowie das Evangeliar Ottos III. und das Perikopenbuch Heinrichs II. aus der Malschule Reichenau. Ein ehrgeiziges Unterfangen – denn viele dieser Bücher haben einen Versicherungswert im dreistelligen Millionenbereich und unterliegen strengsten konservatorischen Auflagen. Jeder Codex wird in einer eigenen klimatisierten Vitrine auf einer maßgefertigten Buchwiege präsentiert.

Die Besonderheit eines Buchs erschließt sich natürlich nicht aus einer aufgeschlagenen Doppelseite, sondern erst aus der Gesamtheit von Text, Schmuckelementen, Illustrationen und dem Einband. Deshalb wird ein weltweit neues digitales Präsentationssystem in 3-D eingesetzt, das ein gestengesteuertes, digitales Blättern erlaubt.

Pracht auf Pergament

München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
bis 13.1.

Der Katalog (Hirmer Verlag) kostet 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro