Apartheid - München

Bilder vom Ende der Apartheid

Zwei Ausstellungen beschäftigen sich mit der jüngsten Vergangenheit Südafrikas.

Als Nelson Mandela 1990 nach 27 Jahren aus der Haft entlassen wurde, jubelten die Menschen.

Denn das historische Ereignis besiegelte das Ende der Apartheid, der systematischen Rassentrennung in Südafrika. Unvergessen bleiben die Bilder des Freiheitskämpfers mit seiner damaligen Frau Winnie, die kurz nach seiner Freilassung entstanden. Freudestrahlend und mit hochgereckter Faust gehen die beiden Hand in Hand durch die Menschenmassen.

Wie die Rassentrennung den Alltag der Menschen zwischen 1948 und 1990 dominierte, zeigt die Ausstellung "The Rise and Fall of Apartheid: Photography and the Bureaucracy of Everyday Life" im Haus der Kunst. Okwui Enwezor, Direktor des Hauses und Experte für afrikanische Fotografie, hat die Schau zusammen mit dem Kunsthistoriker Rory Bester kuratiert. Den beiden geht es jedoch nicht darum, die Geschichte der Apartheid zu dokumentieren. Vielmehr wollen sie mit etwa 500 Fotografien von vorwiegend südafrikanischen Fotografen wie David Goldblatt, Eli Weinberg, Leon Levson und Sam Nzima die unmittelbaren Auswirkungen auf die Bevölkerung zeigen. Parallel zu der umfangreichen Schau ist im Haus der Kunst die Retrospektive des südafrikanischen Künstlers Kendell Geers zu sehen. Er reflektiert die Folgen der Apartheid aus der Perspektive eines Weißen in seinem künstlerischen Werk. 2002 nahm er an der von Okwui Enwezor kuratierten documenta 11 teil.

Geers schockiert das Kunstpublikum durch seine gewalttätige Bildsprache und seine Aktionen. So verwendet er Materialien wie Glasscherben, Stacheldraht und Blut, urinierte in Marcel Duchamps "Fountain" oder onanierte auf Pornobilder, um sie anschließend gerahmt an die Wand zu hängen. 1989 musste er Südafrika verlassen, da er sich weigerte in den Militärdienst zu gehen. Nach der Freilassung Mandelas 1990 kehrte er jedoch wieder zurück. Seine erste künstlerische Aktion nach dem Exil war eine rituelle Waschung seines weißen Körpers mit Eigenblut.

Rise and Fall of Apartheid und Kendell Geers

" target="_blank">Rise and Fall of Apartheid
München, Haus der Kunst
15. Februar – 16. Mai

Kendell Geers 1989–2012

München, Haus der Kunst
bis 12. Mai

Gegen Vorlage ihrer artcard erhalten unsere Abonnenten ermäßigten Eintritt. Der Katalog zur Apartheid-Ausstellung kostet 59 Euro, der zur Geers-Ausstellung 49,95 Euro, beide sind im Prestel Verlag erschienen