Hans Hofmann - Kaiserslautern

Der unbekannte Abstrakte

Hans Hofmann (1880 bis 1966) kam aus Bayern, er malte in Paris und lehrte in New York: Das Museum Pfalzgalerie will ihn nun wiederentdecken.

Als Erfinder des Drippings gilt allgemein der Amerikaner Jackson Pollock – er tropfte und schleuderte ab 1946 die Farbe auf die Leinwand.

Was die wenigsten wissen: Der Bayer Hans Hofmann hat schon vor 1940 mit der Technik experimentiert. "Er ist hier kein Begriff", sagt Annette Reich, selbst in der Fachwelt hätten die wenigsten je ein Bild von ihm gesehen. Sie ist eine der Kuratoren einer Ausstellung über Hans Hofmann im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern. Unter dem Titel "Magnum Opus" soll der in Deutschland eher unbekannte Maler der Abstraktion vorgestellt werden.

Hofmann (1880 bis 1966) ist in Deutschland geboren, ein Mäzen ermöglichte ihm einen mehrjährigen Aufenthalt in Paris, 1932 zog er nach Amerika, wo er lehrte, zahlreiche Ausstellungen hatte und in vielen Museen noch heute vertreten ist. So kommen einige der 30 Leihgaben aus Amerika – unter anderem aus dem Museum of Modern Art in New York.

Auf einen Stil kann man Hofmann nicht festlegen. "Er hat immer experimentiert und war auf der Suche", sagt Reich. Die Ausstellung beginnt in den dreißiger Jahren und zeichnet die wichtigsten Phasen seines Werks nach: Bei den frühen Bildern sieht man eine deutliche Nähe zu Henri Matisse, in den vierziger Jahren tropft er die Farbe. Bei "Magenta and Blue" von 1950, ist ein Tisch mit Fruchtschale in Flächen zerlegt und erinnert an den Kubismus. Ob Cézanne, Picasso, Matisse oder de Kooning: "Er hat überall Aspekte gefunden, die für ihn relevant waren", sagt Reich. Sie hält Hofmanns Spätwerk für seine bedeutendste Phase. Nachdem er sich aus der Lehre zurückgezogen hatte, habe er "seine Leidenschaft erst richtig frei ausleben können". So entstehen Farbexplosionen, "er löst die Farbe in der Abstraktion auf". Bei den Werken der sechziger Jahren lässt sich auch gut die von Hofmann entwickelte Push-and-pull-Theorie nachvollziehen: Beim Betrachten der abstrakten Kompositionen scheinen sich die Farbflächen vor- und zurückzubewegen.

Hans Hofmann – Magnum Opus

Kaiserslautern, Museum Pfalzgalerie
Der Katalog erscheint im Hatje Cantz Verlag und kostet 39,80 Euro.

9.3.–
16.6.
http://www.mpk.de/archiv-details/events/157.html

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