Die Medici - Mannheim

Menschen hinter großen Namen

Eine Schau in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen beleuchtet die private Seite der Medicis – einer der einflussreichsten Dynastien der Renaissancezeit.

Mächtig waren sie, reich und kunstsinnig: Kaum eine Familie wurde so berühmt wie die Medici, die im Florenz des 15. und 16. Jahrhunderts enormen Einfluss hatten.

Viele Ausstellungen wurden schon über sie gemacht, die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim wollen die Dynastie nun von einer eher unbekannten Seite beleuchten: "Wir versuchen, die Menschen wieder lebendig werden zu lassen", sagt Gaëlle Rosendahl, die die Ausstellung gemeinsam mit ihrem Mann Wilfried Rosendahl organisiert. Sie wollen zeigen, was für Menschen hinter den großen Namen standen.

So war Francesco de’ Medici (1541 bis 1587) "verschroben und verschlossen", erzählt Gaëlle Rosendahl. "Er wollte nicht regieren und hat lieber mit Giften experimentiert." Nach dem Tod seiner Frau Johanna von Habsburg heiratete er seine Geliebte Bianca Cappello; lang währte das Glück nicht, beide wurden nach wenigen Jahren vermutlich vergiftet. Der Bogen erstreckt sich von Giovanni di Bicci (1369 bis 1428), dem Gründungsvater, bis zur Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz (1667 bis 1743), der letzten Medici. Parallel zu den Persönlichkeiten werden aber auch Themen verhandelt wie Alchemie, Medizin oder das Bankwesen, dargestellt etwa durch das geheime Rechnungsbuch der Familie. Für die Steuer führte man ein zweites, bereinigtes Buch. Die Ausstellung zeigt Porträtmalerei, Handschriften, Waffen und Kleidung. Ein Film dokumentiert zudem die kürzliche Exhumierung der Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz. Eine Rarität ist ein farbiges Gefäß. "Francesco versuchte die Rezeptur für Porzellan zu knacken", erzählt Rosendahl. "Er hat es nicht hingekriegt" – aber doch einige von ihm selbst gefertigte Stücke aus Weichporzellan hinterlassen.

Die Medici. Menschen, Macht und Leidenschaft

Termin: bis 28. Juli 2012 in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim; ein Katalog ist im Verlag Schnell & Steiner erschienen
http://www.rem-mannheim.de/rem-startseite.html

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