Jan Brueghel - München

Der Blumen-Brueghel

Deutschland versinkt im ewigen Eis, der Winter will einfach nicht aufhören. Umso schöner die blumigen Bilder von Jan Brueghel d. Ä., mit denen die Alte Pinakothek – nach wissenschaftlicher Echtheitsprüfung der Werke – den Kunstfrühling einläutet und beweist, dass der flämische Künstler auf Augenhöhe mit Rubens stand.

Kunstvoll gebundene Girlanden, üppige Blumenbouquets und Kränze waren das Markenzeichen des flämischen Malers Jan Brueghel d. Ä. (1568 bis 1625). Deshalb bekam der Spross aus der berühmten Antwerpener Malerfamilie auch den Beinamen Blumen-Brueghel.

Sein Vater, Pieter Brueghel d. Ä., hatte im 16. Jahrhundert mit Darstellungen des bäuerlichen Lebens einen gut florierenden Malerbetrieb aufgebaut und an seine Söhne weitergegeben. Diese verdienten sich nicht nur mit eigenhändigen Werken ihren Lebensunterhalt, sondern auch durch Repliken der Erfolgsmotive des Vaters.

In der Forschung hat das für einige Irritationen gesorgt. Die Alte Pinakothek hat deshalb vor zwei Jahren begonnen, ihren Bestand der Gemälde Jan Brueghels d. Ä. einer wissenschaftlichen Untersuchung zu unterziehen. In Zusammenarbeit mit dem Doerner-Institut wurden Röntgenaufnahmen und Infrarotreflektogramme angefertigt, die neue Aufschlüsse über die Malweise des Künstlers geben sollten. "Alle 49 eigenhändigen Gemälde aus unserem Bestand gelten als gesichert", freut sich Mirjam Neumeister, Referentin für flämische Malerei bis Ende des 18. Jahrhunderts an der Alten Pinakothek, denn: "Durch die Untersuchungen haben wir ein sicheres Gespür für die Handschrift Jan Brueghels bekommen." Aus diesem Anlass präsentiert sie das Werk des Künstlers in einer umfangreichen Ausstellung. Zu sehen sind nicht nur die Gemälde Jan Brueghels d. Ä., sondern auch Werke weiterer Mitglieder der Antwerpener Malerfamilie aus der Alten Pinakothek. Ergänzt wird die Ausstellung durch wertvolle Leihgaben aus internationalen Museen.

Jan Brueghel d. Ä. war besonders als Spezialist für detailreiche Landschaften und realistisch anmutende Blumenstillleben gefragt. So gibt es auch eine ganze Reihe von Kooperationen mit anderen Künstlern. Am bekanntesten ist die "Madonna mit dem Blumenkranz", die Brueghel mit seinem Künstlerfreund Peter Paul Rubens um 1616/18 gemalt hat. "Dieses Werk," sagt Neumeister, "zeigt, dass Jan Brueghel d. Ä. auf Augenhöhe mit Rubens stand."

Brueghel – Gemälde von Jan Brueghel d. Ä.

Termin: bis 16. Juni, Alte Pinakothek, München

Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag und kostet 49,90 Euro
http://www.pinakothek.de/node/35619