Franz Gertsch - Triptychon

Punkt für Punkt zu grosser Wirkung

Auf der tropischen Karibik-Insel Guadeloupe entdeckte Franz Gertsch die Motive fürs sein jüngstes Werk, das insgesamt 750 x 1110 Zentimeter misst. Über zwei Jahre malte der Schweizer an seinem Triptychon "Guadeloupe", nun wird es im Franz-Gertsch-Museum im schweizerischen Burgdorf der Öffentlichkeit präsentiert.

Man muss schon genau hinschauen, um die Arbeitsweise von Franz Gertsch zu erfassen: Aus der Ferne gesehen wirken seine Großformate wie die peinturefreien Gemälde der amerikanischen Fotorealisten. Aus der Nähe betrachtet aber erschließt sich ein Universum aus kleinsten Farbflecken, die der Schweizer mit hauchfeinen Pinseln auf seine mehrere Quadratmeter messenden Leinwände tupft.

Kein Wunder also, dass er an einem Bild bis zu einem Jahr malt. Am 28. April 2011 begann Gertsch mit der Arbeit an seinem Triptychon "Guadeloupe", jetzt ist es vollendet und wird seit dem 6. Juli im Museum Franz Gertsch im schweizerischen Burgdorf (Kanton Bern) ausgestellt. Der Mittelteil des Triptychon zeigt einen entspannt im Halbschatten ruhenden weiblichen Akt ("Maria"), auf den sie umgebenden Seitenflügeln ("Bromelia und "Soufrière") hat Gertsch eine üppige tropische Vegetation ausgebreitet. Die Tafeln, mit Eitemperafarbe auf ungrundierte Leinwand gemalt, messen jeweils 250 x 370 Zentimeter. Die Motive hatte er bei einem Urlaub mit seiner Frau Maria auf der karibischen Insel Guadeloupe entdeckt.

Chronist im "Treibhausklima" der siebziger Jahre

In den siebziger Jahren wurde Gertsch vor allem als präziser Beobachter der Luzerner Kunstszene, damals, wie er sich erinnert, "ein Treibhausklima, in dem junge Leute animiert wurden, kreativ zu sein". Vor allem der androgyne Künstler Luciano Castelli und dessen schrille Freundesclique waren damals Gertschs Modelle. Höhepunkt war hier das vier mal sechs Meter messende Gemälde "Medici" (1972). Ebenfalls auf riesige Formate malte er dann, in den achtziger Jahren ruhige Porträts junger, schöner Frauen und kam schließlich zur Naturdarstellung – zunächst das Polyptichon der "Vier Jahreszeiten" und jetzt das Triptychon "Guadeloupe".

Museum Franz Gertsch

vom 2. September bis zum 8. März 2014 werden die Bilder von Franz im Museum Frieder Burda in Baden-Baden gezeigt.
http://www.museum-franzgertsch.ch/

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