Credo - Paderborn

Jesu Worte und ihre Folgen

Mit einer Gemeinschaftsausstellung des Diözesanmuseums, dem Museum in der Kaiserpfalz und der Städtischen Galerie am Abdinghof blickt Paderborn zurück auf 1700 Jahre Christentum. Im Fokus steht dabei das mittelalterliche Europa nach der Anerkennung der Religion durch Kaiser Konstantin.
Dreifaltigkeit:Drei Schauen beleuchten den Weg der Christianisierung

Die Ausstellung "Credo" in Paderborn zeigt die Entwicklung des Christentums im mittelalterlichen Europa mit Exponaten aus Europa und New York, hier das "Cadmug-Evangeliar" aus dem Besitz des heiligen Bonifatius, Irland

Die Aufforderung war unmissverständlich: "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern", hatte der Heiland seinen Aposteln beschieden, "tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Der Apostel Matthäus hat es in seinem Evangelium, Kapitel 28, Vers 18–19, so aufgeschrieben. Die göttliche Botschaft fiel etwa 300 Jahre später auch in Europa auf fruchtbaren Boden: Im Jahr 313 leitete die "Mailänder Vereinbarung" die Konstantinische Wende ein – Kaiser Konstantin machte aus dem diskriminierten und auch blutig verfolgten Christentum eine erst geduldete, dann anerkannte Religion. Stadt und Erzbistum Paderborn feiern dieses Ereignis mit einem großen Ausstellungsprojekt, an dem drei Häuser beteiligt sind.

Das Erzbischöfliche Diözesanmuseum blickt zurück – unter dem Titel "Lux mundi" wird die Geschichte des Christentums seit der Antike aufgeblättert mit heidnischen Götterbildern, allegorischen Darstellungen von Jesus und seinen Aposteln, dem frühen Papyrusfragment eines Paulus-Briefs, Elfenbeintafeln, Sarkophagen und Goldschmiedearbeiten.

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Die zentralen Merkmale und künstlerischen Umbrüche der Epoche: ein Schnellkurs zu Malerei und Architektur des Mittelalters

"In hoc signo" heißt der Ausstellungsteil im Museum in der Kaiserpfalz. Hier stehen die mittelalterlichen Herrscher im Mittelpunkt, allen voran Frankenkaiser Karl der Große. Der hatte die Aufforderung von Jesus zur Missionierung in einen 30 Jahre währenden Eroberungszug gegen die Sachsen umgewidmet. Wertvolle Kaiser- und Papsturkunden, kostbares liturgisches Gerät, vor allem der Awarenschatz, ein feinpunziertes, vielteiliges, goldenes Trinkgeschirr aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien.

Der letzte Teil in der Städtischen Galerie am Abdinghof nennt sich „Quo vadis?“ und untersucht die Frage: Wie wurden der mittelalterliche Christianisierungsprozess, seine Protagonisten und Orte in späteren Jahrhunderten wahrgenommen und bewertet? Höhepunkte hier die „Fürstliche Chronik“ mit einer Darstellung des Habsburgischen Heiligenbuchs von Jacob Mennel (1460 bis 1526) oder das Hochmeister-Schwert des Sankt-Georgs-Ritterordens. Die Exponate stammen aus bedeutenden Sammlungen unter anderem aus Berlin, Dublin, London, Oslo, Paris, Riga, New York, Rom und Warschau.

Credo – Christianisierung Europas im Mittelalter

Die Ausstellung geht noch bis zum 3. November 2013

Der zugehörige Katalog erscheint im Imhof Verlag und kostet im Museum 49,95, im Buchhandel 69,- Euro;
ein Kurzführer kostet 5 Euro
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