Teletext Art Festival - Berlin

Große Pixel, grelle Farben

Was der Videotext kann, kann das Internet schon lange. Darum weiß auch kaum jemand mehr mit dem Retro-Medium umzugehen. Das Internationale Teletext Art Festival zeigt jetzt großpixelige Bilder von Künstlern, die dem veralteten Informationsdienst sogar wahre Meisterwerke entlocken.

"Den Gewinner finden Sie auf der Teletext-Seite 397", sagt eine Schrift am unteren Bildschirmrand des Fernsehers.

Und nun? Wo war noch mal die Taste, die den Videotext aufruft? In der Hochkonjunktur des Internets haben das die meisten Fernsehzuschauer wieder vergessen. Der Teletext hat etwas Drolliges: 40 Jahre ist er nun alt, gibt sich aber immer noch wie am ersten Tag. An der Technik des ersten interaktiven Informationsdienstes hat sich bis heute nichts geändert. Irgendwann ist der Teletext dann altmodisch geworden. Wohl gerade weil er sich so treu geblieben ist.

Doch eben dieses angestaubte Image hat die finnische Künstlerkooperative FixC für sich entdeckt. Zusammen mit dem finnischen Fernsehen und dem ARD Text organisierten die Künstler aus Helsinki 2012 das erste "Internationale Teletext Art Festival 2013", ITAF. Sie gaben anderen Künstlern dieser elektronischen Szene damit die Möglichkeit, ihre Arbeiten einem überraschten aber beeindruckten Publikum zu zeigen – das so etwas mit dem Videotext auch geht! Gemeinsam mit der ARD, dem ORF und dem Schweizer Fernsehen geht das ITAF nun in Berlin in die zweite Runde.

Überraschen will das ITAF auch in diesem Jahr. Die altmodische Technik des Teletexts, die ist, nun ja, einfach. Mit einer Auswahl von nur sechs Farben plus schwarz und weiß, einem begrenzten Textfeld von 24 Zeilen und 40 Spalten und die Reduktion auf einzelne Pixel hat das Medium etwas Archaisches. Es ist eine Herausforderung, mit dem Videotext zu arbeiten. Um Farben zu ändern oder gar einen Schriftzug, wie "Ruf mich an!", zum Blinken zu bringen, müssen bestimmte Steuerzeichen gesetzt werden. Die muss man erst mal drauf haben.

Da wäre zum Beispiel en Porträt von Lindsay Lohan von Kathrin Günther: Trotz der sehr geringen Möglichkeiten des Teletexts ist das Konterfei der Schauspielerin genau zu erkennen – verblüffend. Und Seppo Renvall visualisiert finnische Architektur mit aus schwarzen und gelben Pixeln. Das Teletext-Bild, das beim ITAF am allerbesten gefällt, für das darf der Besucher seine Stimme abgeben. Eine Expertenjury zeichnet den besten Pixelakrobaten dann mit dem Teletext Art Prize 2013 aus.

Die Bilder der insgesamt 15 Künstler aus Deutschland, Österreich, Finnland und der Schweiz sind aber nicht nur im Berliner Hauptstadtstudio der ARD zu sehen, sondern auch im ARD Text, ORF Teletext und dem Schweizer Teletext. Den Gewinner finden Sie dann unter den Teletext-Seiten ab Seite 850.

ITAF – International Teletext Art Festival 2013

bis 15. September,
ARD Text ab Seite 850,
ORF TELETEXT ab Seite 470,
Schweizer TELETEXT Seite 750-764 auf den Sendern SRF 1, RTS 1 und RSI 1
http://www.teletextart.com/