Hamburg Art Week - Hamburg

Geschichte der Gegenwart

Natürlich geht es in der brückenreichsten Stadt Europas auch in der Kunst um Brückenschläge. Die Hamburg Art Week 2013 zeigt dem Besucher mit "Re:Turn to Now" die Überbrückung von der zeitgenössischen Kunst zu Vergangenheit und Zukunft. Dabei verbindet sie Kunst und Architektur, Drinnen und Draußen, fröhliche Farben mit verstörenden Gefühlswelten.

Bunt und knallig bis hin zu grell wird die Hamburg Art Week. Besonders in der Gruppenausstellung "Who's Afraid of Colour" im Loyd-Haus. Hier verfolgen Daniel Hörner, Benjamin Mastaglio und Fernando de Brito jeweils ihre individuelle Bildsprache mit gestisch-expressiven, organischen oder geometrisch-konstruktiven Kompositionen.

Farben werden hier erforscht, scheinen neu zu entstehen und beeinflussen sich gegenseitig. Wo keine Grenzen ausgelotet werden können, entspringt der Eindruck von der Unendlichkeit der Farbe. Magisch sind hingegen die Farben in Sandra Langes begehbarem Glasquader "Farbraum". Das mundgeblasene und unbearbeitete Glas leuchtet durch bunte Flächen an der Decke vielfarbig auf den Besucher herab und zaubert eine eigene, weit entrückte Welt. Auch in das eigene Gesicht, denn wer nach oben schaut, der strahlt auf einmal lila, orangefarben und sonnengelb.

Innehalten, ganz genau hinschauen, das eigene Ich wahrnehmen: Gegenwartskunst lädt den Betrachter immer wieder ein, sich selbst im Kontext der Welt zu beobachten.
Zu sich selbst im Hier und Jetzt will die Hamburg Art Week ihre Besucher führen: "Re:Turn to Now" lautet das Motto in diesem Jahr. 2013 feiert das Kunstfestival seinen dritten Geburtstag. Vom 6. bis zum 15. September erleben Kunstfreunde, Kritiker und Sammler die Hansestadt als vielfältige Kunst- und Kulturmetropole.

In über 50 kuratierten Schauen zeigt Hamburg ein Künstleraufgebot, das Gegenwartskunst in ihrer ganzen Bandbreite repräsentiert. Mit regionalen und nationalen sowie international etablierten Kreativen wird die Hamburg Art Week Schauplatz einer inspirierenden Mischung. Inspirierend auch für die Arbeit vor Ort, für den Austausch der Künstler untereinander, wie zum Beispiel während der Ausstellung der Venezolanerin Clemencia Labin. Hier sollen weitere Arbeiten durch den Einfluss der verschiedenen Künstler und der spannenden Umgebung entstehen. Ihre Schau "Velada Remix" präsentiert jeweils nur die Werke, die der Künstler in einen Koffer bekommen konnte. Da haben die venezolanischen Künstlerfreunde, sechs Hamburger Künstler sowie Studenten der Kunsthochschule in Maracaibo, Venezuela und der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg, sicher ein paar Mal mehr überlegt, was genau sie zeigen wollen. Umso mehr Platz ist in der Schau für neue Werke.

Der Glaskubus von Shootingstar Sandra Lange trifft am Überseeboulevard auf ein "Schwergewicht" der Kunstszene: Radomir, dessen Einzelausstellung auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern im Haus Virginia zu sehen sein wird. Ebenfalls eine große Einzelausstellung präsentiert Werner Pawlok: In "Views – Faces of Literature" porträtiert der Stuttgarter Fashion- und Landschaftsfotograf einige der größten Schriftsteller unserer Zeit – mit auf ein Minimum reduzierten Mitteln. Trotz des immer gleichen Aufbaus erzählen die Gesichter von Armin Müller-Stahl, Henning Mankell, Ken Follett und anderen ihre ganz eigenen Geschichten. Ein berührender Anblick, der durch Luis Vidals Skulpturen im Convent Park jedoch überboten wird: "Eat Me Alice – Romanistik und zeitgenössische Kunst" handelt von der Frage nach der Schuld und von Verletzungen, seelisch oder psychisch im Kindesalter. Verstörende Werke, die an keinem Betrachter spurlos vorübergehen.

Der Aufheiterung dient danach zum Beispiel Zippers "Popping and Rocking", eine Schau, die abhebt in Richtung Weltraum. Zusammen mit hochmotivierten Weggefährten werden Lieder geremixed, in denen sich alles um das Thema "Space" dreht. Die wiederum verbildlicht Zipper in der X-Pon Art Galerie in analogen und digitalen Medien – eine Reise durch das Universum.
Wer nach so viel Raum und Weite genug vom "Drinnen" hat, auf den warten die Skulpturen unter freiem Himmel, ausgestellt von der Nord Art Schleswig-Holsteins. Mit Hamburgs Architektur konternd oder vereint stehen sie in Innenstadt, HafenCity, Flaniermeilen und Passagen. Von dem Begriff "Skulptur" will sich dieser Teil des Festivals allerdings nicht einschränken lassen und überrascht zwischendurch außerdem mit Videoprojektionen, Street Art, Bildern und Fotografien.

Mit Bedacht wurde in diesem Jahr der Herbst mit dem Beginn der Galeriensaison für die Hamburg Art Week gewählt. So können noch mehr renommierte und aufstrebende Künstler teilnehmen, die im Sommer durch andere Festivals und Messen eingebunden waren. Am Freitag, den 6. September beginnt um 17 Uhr das offizielle Eröffnungsfest der Art Week im Zentralen Kunsthaus in der Fuhlentwiete 10.

Hamburg Art Week

6. bis 15. September,
Hamburg
http://hamburgartweek.de/home/

Mehr zum Thema im Internet