Gerhard Richter - München

zu interessant zum Wegschmeissen

Das Münchner Lenbachhaus präsentiert den kompletten "Atlas" inklusive der neuen – und offiziell letzten – Tafeln. Das Monumentalwerk aus Studien, Vorlagen und Entwürfen entsteht seit 1962 neben Richters großen Arbeiten. art traf Gerhard Richter in seinem Kölner Atelier.

Kurz nach elf betritt Helmut Friedel das Atelier. Er ist Direktor des Lenbachhauses in München, im Oktober zeigt er den ganzen, abgeschlossenen "Atlas".

Es wird seine letzte Ausstellung sein, danach geht er in den Ruhestand. Heute ist er hier, um sich die neuen Tafeln anzusehen. 1996 hat das Lenbachhaus den "Atlas" gekauft, seitdem ist Friedel sozusagen der Pate dieses Projekts. Immer wenn neue Tafeln fertig sind, schickt Richter sie nach München. "Was denkst du denn, wie viele Tafeln können wir bekommen?" fragt Friedel. "16", schlägt Richter vor. Friedel fragt zurück: "Oder 17?" Beide lachen, es ist ein bisschen wie auf dem Basar.

Der "Atlas" enthält private Fotos von Richters Frauen und Kindern ebenso wie Zeitungsausschnitte, Landschaftsfotos, Farbstudien. Zu den Tafeln, die jetzt in München gezeigt werden, gehören die Vorstudien zum Kölner Domfenster, aber auch Zeichnungen und Entwürfe von Projekten, die vielleicht niemals realisiert werden: etwa die für ein Privatmuseum mit einer permanenten Werkpräsentation auf der japanischen Insel Toyoshima. Nirgends lässt sich die Richter-Methode des Bilderfilterns, des Findens und Verwerfens so genau verfolgen wie hier.

Die komplette Geschichte lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von art. Im Gespräch gibt der 81-jährige Künstler Auskunft über neue Projekte, den Abschluss des "Atlas" und seine Abkehr von der Malerei. Und er rechnet bitter ab mit der heutigen Kunst, die nur den Verlust einer großen Malkultur verwaltet

Und hier können Sie das Heft bestellen

Gerhard Richter: ATLAS MIKROMEGA

Kunstbau Lenbachhaus
23. Oktober 2013 bis 9. Februar 2014
http://www.lenbachhaus.de/ausstellungen/gerhard-richter-atlas/

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