St. Christopher - Restaurierung

Schwarz der Bart, rot das Gewand

Die mehr als vier Meter hohe Sandsteinstatue des Heiligen Christophorus im Museum von Norton Priory, die wohl in den letzten zwei Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts entstanden ist, erstrahlt seit einigen Wochen in prächtigen Farben. Was es damit auf sich hat, erzählt Skulpturen-Experte John Larson:
Knallig bunt:Alte Skulptur erstrahlt in prächtigen Farben

Die Figur des Heiligen Christophorus in Norton Priory stammt vermutlich aus dem Jahr 1391

Herr Larson, wie kamen Sie auf die Idee, der alten Statue Farbe zu geben?

Im Zuge einer Restaurierung und Säuberung des Steins untersuchten wir die Oberfläche unter dem Mikroskop und stießen an verschiedenen Stellen auf Pigmentspuren. Wir entnahmen Proben und untersuchten diese, und das gab mir genügend Beweise, um ein Rekonstruktionsgemälde anzufertigen.

Wie können Sie sicher sein, dass die Farben der ursprünglichen Bemalung entsprechen?

Obwohl es viele spätere Übermalungen gegeben hat, vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, fanden wir genügend Farbreste, die mit den Pigmenten übereinstimmen, die wir aus der Entstehungszeit der Statue kennen. Etwa Zinnoberrot für sein Gewand, Kupfergrün für seinen Umhang, Schwarz für Bart und Haar, und natürlich Bleiweiß und – Rot für die Haut.

Und wie funktioniert das Ganze technisch?

Das von mir angefertigte farbige Gemälde wird mithilfe eines Lasers eingescannt und in 3-D auf die Statue projiziert. So entsteht der Eindruck, dass die gesamte Statue bemalt ist, ein sensationeller Effekt.

Ist das als eine vorübergehende Schau gedacht oder soll die Statue permanent so beleuchtet werden?

Wir haben eine sechsminütige Lightshow gemacht, mit Kommentar, in dem die Geschichte der Statue erzählt wird, und die Farben verändern sich, wie sie sich im Lauf der Jahrhunderte verändert haben.

Hat das das Ganze nicht ein bißchen etwas von Lichtspielereien ?

Das Projekt hat einen museumspädagogischen Hintergrund, ist also nicht Unterhaltung. Es ist sehr schwer, dem Besucher zu vermitteln, wie die Statue ursprünglich ausgesehen hat und was für einen Eindruck sie machte. Es hat nicht sehr erfolgreiche Versuche gegeben, das zu erreichen. Wir glauben, dass unsere Methode besser ist, wir projizieren direkt auf den Stein, ohne diesen irgendwie zu verändern.

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