Tobias Rehberger - Frankfurt

Don't call it design

art-Korrespondentin Sandra Danicke sprach mit Tobias Rehberger über seine Retrospektive in Frankfurt, wo er lebt und an der Städelschule als Professor arbeitet.

art: Tobias Rehberger, "Home and Away and Outside" ist Ihre erste umfangreiche Ausstellung in Ihrer Heimatstadt. War das nicht längst fällig?

Tobias Rehberger: Das sehe ich nicht unbedingt so. Ich bin ja erst 47. Außerdem sieht es ja immer ein wenig nach Klüngelei aus, wenn man eine Ausstellung in der eigenen Stadt hat.

Was ist das größte Missverständnis bei der Rezeption Ihrer Kunst?

Dass sie etwas mit Design zu tun hat. Unter Design-Aspekten betrachtet, sind meine Arbeiten vermutlich nicht so wahnsinnig interessant. Natürlich ist es mir egal, wenn das jemand für Design hält, aber man möchte ja als Künstler, dass die Betrachter etwas mitnehmen, das sie interessiert. Daher sage ich: Guckt euch das mal unter Kunstaspekten an.

Was inspiriert Sie?

Missverständnisse. Probleme. Fehlinterpretationen. Und natürlich gute Kunst.

Von wem denn?

Etwa von Jacob Cornelisz van Oostsanen, einem spätgotischen Maler aus den Niederlanden, den ich kürzlich wiederentdeckt habe. Außerdem von Francis Picabia, Albert Oehlen, Rirkrit Tiravanija, Lisa Jugert ...

Was genau zeichnet gute Kunst aus?

Dass man durch sie auf Sachen kommt, die mehr mit einem selbst zu tun haben, als mit dem, was der Künstler wollte.

TOBIAS REHBERGER. HOME AND AWAY AND OUTSIDE

Schirn Kunsthalle, Frankfurt
bis 11. Mai
https://schirn.de/TOBIAS_REHBERGER.html

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