Hans Op de Beeck - München

Hollywood im Museum

Illusion, Traum, Wirklichkeit – in den Arbeiten des belgischen Künstlers Hans Op de Beeck fließt alles ineinander, wie eine Ausstellung in der Sammlung Goetz in München zeigt.

Ob in Filmen, in Zeichnung und Fotografien oder in großen, begehbaren Modellen
 – die Arbeiten von Hans Op de Beeck erzählen immer melancholische Geschichten vom schleichenden Vergehen der Zeit. Der 44-jährige 
Belgier ist ein Romantiker der Gegenwart – einer Gegenwart, in der die von den romantischen Malern bewunderte Natur längst gezähmt und aus dem Sublimen Zivilisation geworden ist.

In seinem Animationsfilm "Places (Gardening 2)" verwandeln sich in einem dunklen Wald Baumstämme zu Architektur, Wildnis wird zum Park. In der Videoinstallation "Loss" blickt der Zuschauer durch ein Fenster auf eine nächtliche Stadt, die sich durch ständige Überblendungen langsam in eine Ruinenlandschaft verwandelt.

Dank technischer und handwerklicher Meisterschaft wird Realität 
bei Op de Beeck zu Künstlichkeit und erst danach wieder zu Kunst. Wie der Kunstschnee in seiner Eislandschaft "Location (6)", auf die er den Betrachter aus einem rundum verglasten 
Pavillon blicken lässt: ringsumher weites, leicht nebliges, schneebedecktes Land, mit einigen kahlen Bäumen
 – ein Wintermärchen. Das Publikum wird Teil des Werks und ist überwältigt von dieser atmosphärisch dichten Szenerie.

Mit solch gekonnten Gratwanderungen zwischen Kitsch und Kunst holt Hans Op de Beeck Hollywood ins Museum, hantiert gekonnt mit Klischeebildern, mit Bühnentricks und Lichteffekten.

In der Münchner Sammlung Goetz ist jetzt ein Querschnitt seiner Arbeiten aus den letzten 15 Jahren zu sehen: große Leuchtkästen mit Porträts von träumenden New York Kids, aber auch Videos, Installationen und Zeichnungen bis hin zur fantastischen Skulpturenserie der Stillleben: Das ist dreidimensionale Malerei mit realen Objekten, oft aus Gips oder Holz, die Op de Beeck auf Tischen sorgsam arrangiert.

Hans Op de Beeck

bis 15. November,
Sammlung Goetz,
München

Zur Ausstellung 
erscheint ein Katalog im Hatje Cantz 
Verlag zum Preis 
von zirka 25 Euro.
http://www.sammlung-goetz.de/de/Home.htm