Richard Prince - Bregenz

Konzert der Assoziationen

Mit "Härte und Strenge" und doch unterhaltsam: Schau des US-Stars der Aneignungskunst, Richard Prince.

Weder gratis Eintritt noch Musik zum Hören wird man in der Ausstellung von Richard Prince (Jahrgang 1949) finden, die der US-Star der Aneignungskunst sich für alle Stockwerke des Kunsthauses Bregenz ausgedacht hat.

Der Ausstellungstitel trügt einfach: "It’s a Free concert". Eine Anspielung auf die jährlichen Seefestspiele, die sozusagen im Rücken des Kunsthauses, auf einer spektakulären Bühne im Wasser stattfinden, erklärt Yilmaz Dziewior, Direktor des Kunsthauses – und übrigens frisch ernannter Direktor des Museums Ludwig in Köln und außerdem Kommissar Österreichs für die Venedig-Biennale 2015.

Gemeinsam mit Hauskurator Rudolf Sagmeister betreut er Prince bei dessen erster großer Ausstellung hierzulande, für Dziewior ist er "einer der ganz Großen", nicht nur der Appropriation Art. Diese verschiedenen "konzeptuellen Stränge" sollen jetzt in aller "Härte und Strenge" in Bregenz zusammenlaufen. Was ein wenig spröde klingt, trotzdem aber eine "im besten Sinn unterhaltsame" Ausstellung ergeben soll, so Dziewior.

Garant dafür sind zumindest die Jokes-Bilder, von denen allerdings ebenfalls die minimalistischsten ausgewählt worden sind – auf viel weißer Fläche erscheint der Witz erst im Kleingedruckten. Dziewiors Liebling? Fast ist es ihm peinlich, vielleicht habe er ja einen schlechten Humor: "Meine Frau ist eine wirklich schlechte Autofahrerin. Eines Tages kommt sie und erzählt mir, im Motor sei Wasser. Wo ist das Auto, frage ich. Im See."

Der Witz wird sich vor Ort wohl verstärken. Wie sich auch die Zusammenhänge zur Musik erst vor Ort
verdichten werden, um tatsächlich zu einem "free concert" der Assoziationen zur US-Popmusik zu werden. Das Thema ziehe sich jedenfalls "wie ein Groove durch die Schau", so Dziewior. Vier Autotüren, gleich im Eingangsbereich, heißen The Doors. Eine andere von Prince’ bekannten Autoskulpturen, bei denen er Karosserien auf Betonstelen stellt, nennt er Elvis. In den Stockwerken darüber darf man ein riesig vergrößertes Autogramm von Jimi Hendrix bewundern, in Reliefporträts von Musikern die Musikrichtung Doo Wop (Gesänge mit Non-sense-Texten) kennenlernen – und die Bands, die ganz oben warten, entpuppen sich als abstrakte Bilder aus gespannten Gummibändern.

Richard Prince: It’s a Free Concert

Bregenz, Kunsthaus, 19.07.2014—05.10.2014
http://www.kunsthaus-bregenz.at/html/welcome00.htm?aus_prince.htm