Fondation Maeght - Saint-Paul de Vence

Das Kunstparadies

Zwischen Pinien und Zikaden schufen Sammler und Künstler vor 50 Jahren ein Gesamtkunstwerk
Das Kunstparadies:Die Fondation Maeght – ein Gesamtkunstwerk

Kunstwerke im Kunstwerk: Der Architekt Josep Lluís Sert entwarf unter anderem die imposanten Regenauffangbecken zur Bewässerung der Gärten

Hoch oben über den Dächern, Hügeln und Tälern der Côte d’ Azur mit Blick auf das Mittelmeer, feiert die Fondation Maeght, eine der herausragendsten Kunstsammlungen Europas, ihren 50. Geburtstag.

In Saint-Paul de Vence, unweit von Nizza entfernt, findet das französische Ehepaar Maeght im Jahre 1964 die ideale Heimat für Kunst und Künstler der Klassischen Moderne. Zum Stiftungsjubiläum laden Ausstellungen in Antibes, Nizza, Biot, Vallauris und Bignan nach Südfrankreich ein.

Aimé (1906 bis 1981) und Marguerite Maeght (1909 bis 1977), gründen 1930 erst eine Druckerei, dann ein Möbelgeschäft in Cannes und verkaufen im Hinterzimmer
Drucke von bester Qualität. 1945 wird die Galerie Maeght in Paris eröffnet. Schnell lernt das ambitionierte Paar die wichtigsten Künstler der französischen Avantgarde kennen. Ob Pierre Bonnard, Georges Braque, Eduardo Chillida, Alexander Calder oder Marc Chagall – sie alle wer
den Teil der Maeght-Familie und bleiben ihr lebenslang verbunden.

So richten Sammler und Künstler als eine Art Think Tank der Avantgarde einen Ort mit und für Kunst ein. Jede Terrasse, jeder Türknauf, jeder Stuhl, jeder Brunnen und selbst die Skulpturen und Gemälde scheinen ihren Ort der Bestimmung gefunden zu haben. Den zeitlosen Museumsbau entwirft der katalanische Architekt Josep Lluís Sert (1902 bis1983), der ein ausgeklügeltes Lichtsystem entwickelt, das unabhängig von der Position der Sonne zu den verschiedenen Tages- und Jahreszeiten die von dem Boden und den Wänden reflektierten Sonnenstrahlen ständig im Winkel von 45 Grad auf die Bilder fallen lässt, ohne den Betrachter zu blenden.

Stolz präsentiert die Stiftung nun die Meisterwerke ihrer Sammlung und erinnert damit an die Zeit der großen künstlerischen Gesten, die zwischen zirpenden Zikaden und Pinienbäumen paradiesischen Nährboden erhielten. Die treffenden Worte zur Eröffnung des außergewöhnlichen Gesamtkunstwerks fand der damalige Kulturminister André Malraux: "Heute Abend hat sich hier in der Geschichte des Geistes etwas ereignet." Raluca Pora

Meisterwerke der Fondation Maeght

Saint-Paul de Vence, Fondation Maeght,
bis 11.11.2014

http://www.fondation-maeght.com/