Ruhrtriennale - Essen

Alles federt, alles fließt

Skulptur, Musik, Tanz, Theater, Film – die Ruhrtriennale erkundet die Übergänge zwischen den Kunstgattungen

Das Kino ist ein Kind der Industrialisierung, weshalb es wohl kein Zufall ist, dass eines der ersten Werke der Filmgeschichte eine Gruppe von Arbeitern zeigt, die eine Fabrik verlassen.

An diese Geburtsstunde des Kinos erinnern Antje Ehmann und Harun Farocki in ihrem Kunstprojekt Eine Einstellung zur Arbeit: In den letzten drei Jahren haben sie Regisseure in 15 Großstädten gebeten, einen Film über die Arbeit im 21. Jahrhundert zu drehen – und zwar so wie 1895 die Gebrüder Lumière ihre Fabrikarbeiter ohne Schnitt in einer einzigen Einstellung. Auf diese Weise sind rund 400 Videos entstanden, in denen sich die Vielfalt dessen zeigt, was heute Arbeit sein kann, und vor allem, wie dramatisch sich unser Arbeitsbegriff seit dem 19. Jahrhundert gewandelt hat.

Die große Videoinstallation im Essener Museum Folkwang ist eine der zentralen Ausstellungen der Ruhrtriennale. Das internationale Festival für Musik, Tanz, Theater, Film und bildende Kunst erkundet erneut die Grenzen und Übergänge zwischen den Kunstgattungen und zeigt auch in diesem Jahr wieder Filme und Installationen berühmter Künstler in Ruhrgebietsmuseen und historischen Gebäuden des Industriezeitalters. Auf Zeche Zollverein wird eine Choreografie von Tino Sehgal (Ohne Titel) aufgeführt und in der Essener Lichtburg, einem der schönsten alten Filmpaläste Deutschlands, Matthew Barneys neues filmisches Gesamtkunstwerk River of Fundament gezeigt.

Eine Mitmachskulptur hat das brasilianische Künstlerduo cantoni crescenti am Fuß eines stillgelegten Hochofens im Duisburger Landschaftspark installiert. Sie besteht aus 50 glatt polierten Aluminiumplatten, die von 2000 Stahlfedern getragen werden, unter dem Schritt der Besucher nachgeben und so die gesamte Fläche mitsamt ihren Spiegelungen zum Fließen bringen.

Ruhrtriennale

Essen, Museum Folkwang, und andere

bis 28.09.2014
https://www.ruhrtriennale.de/de/