Jason Rhoades - Bremen

Riesig und veränderbar

Die Bremer Kunsthalle macht sich auf die Suche nach den essenziellen Aspekten im Werk des Amerikaners Jason Rhoades.

Ganz schön listig, dieser Jason Rhoades: Der Name seiner Installation, "My Madinah – In pursuit of my ermitage", mit ihren auf einer großen Fläche ausgebreiteten, an Gebetsteppiche erinnernden bunten Tüchern und der Aufforderung an die Besucher, vor dem Betreten die Schuhe auszuziehen – all das lässt an irgendetwas Meditatives denken. Richtet der Besucher den Blick allerdings nach oben, so liest er, in Neonbuchstaben, etliche vulgäre Slangausdrücke für Geschlechtsteile.

Besucher der Kunsthalle Bremen werden, sofern sie des englischen Slangs mächtig sind, in den Genuss dieses Überraschungseffekts kommen. Die Veranstalter der Schau "Jason Rhoades – Four Roads" zählen den Amerikaner (1965 bis 2006) zu den "bedeutendsten Künstlern seiner Generation", er sei "Impulsgeber und eine Ausnahmefigur im Kunstbetrieb der neunziger Jahre". Die Ausstellung versucht "einen ersten Überblick über sein komplexes Werk seit seinem frühen Tod zu geben". Rhoades’ Arbeiten zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus: Sie sind riesig, und sie sind einer permanenten Veränderung unterzogen. Riesig war die Installation "Perfect World", die 1999 die 1800 Quadratmeter messende Südhalle der deichtorhallen füllte – eine schier unüberschaubare Fülle von Objekten wie Spiel- und Werkzeugen, Müll, Neonröhren, Metall- und Holzteilen.

In Bremen werden jetzt vier "essenzielle Aspekte seines Werks" durch vier exemplarische Installationen vorgeführt: Neben "My Madinah" (2004) die düstere Garage "Renovation New York (Cherry Makita)", 1993, die bunt schillernde und leuchtende "The Creation Myth", 1998, und "Sutter’s Mill", eine Aluminiumkonstruktion aus dem Jahr 2000.

Jason Rhoades – Four Roads

Bremen, Kunsthalle, 18.09.2014—04.01.2015
https://www.kunsthalle-bremen.de/ausstellungen/aktuelle-ausstellungen/

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