Mark Leckey - Brüssel

Die Macht der Marken

In seiner zum Teil absurd wirkenden Installations- und Videokunst beschäftigt sich der Brite Mark Leckey mit der Verführungskraft neuer Technologien. "Lending Enchantment to Vulgar Materials" heißt seine bisher größte Überblicksausstellung im Brüsseler Wiels.

Der Ausstellungstitel bringt das Wesen zeitgenössischer Objektkunst auf einen schlüssigen Punkt – und beschreibt zugleich die Mechanismen der Werbung: gewöhnlichen Materialien Anziehungskraft verleihen. Mark Leckey beschäftigt sich in seinen Werken mit der Verführungskraft popkultureller Versatzstücke und neuer Technologien.

In seinen Filmen, Rauminstallationen und Lecture Performances untersucht der Brite (Jahrgang 1964)
die Macht, die Marken, Produkte und Musik auf uns ausüben. In der bisher größten Überblicksausstellung des Londoner Künstlers werden auch alte Werke gezeigt. Darunter "Fiorucci Made Me Hardcore", eine 15-minütige Collage aus amateurhaft gedrehten Rave- und Disco-Szenen der vergangenen Jahrzehnte in Großbritannien, mit der Leckey 1999 berühmt wurde.

Und Made in "'Eaven" (2004), ein 20-minütiger Loop, in dem Jeff Koons' berühmte Hasenskulptur "Rabbit" immer wieder umkreist wird: Aalglatt reflektiert die spiegelnde Oberfläche all das, was auf sie projiziert wird, sodass die Fenster und der Kamin von Leckeys Atelier auf dem Hasengesicht als Augen und Nase erscheinen. Erst nach einer Weile bemerkt man, dass hier gar keine Kamera zu sehen ist, das Werk ist digital manipuliert.

Von Aura und Authentizität handelt auch sein jüngstes Werk "UniAddDumThs", eine Neuauflage von "The Universal Addressability of Dumb Things", einem Arrangement aus geliehenen Gegenständen, darunter archäologische Artefakte und zeitgenössische Kunstwerke.

Mark Leckey: Lending Enchantment to Vulgar Materials

bis 11. Januar 2015,
Wiels,
Brüssel

Der Katalog zur Ausstellung kostet ca. 48 Euro, im Museum 42 Euro.
http://www.wiels.org/en/exhibitions/576/Mark-Leckey-Lending-Enchantment-to-Vulgar-Materials-