Morgan Library - Pinakothek München

Michelangelo, Goya und Pollock in München

Der New Yorker Kunstmäzen John Pierpont Morgan spielt in der Museumslandschaft eine gewichtige Rolle. 100 Meisterwerke aus fünf Jahrhunderten aus seiner Sammlung sind noch bis Februar in den Ausstellungsräumen der Staatlichen Graphischen Sammlung München in der Pinakothek der Moderne zu sehen.

Eine hervorragende Sammlung von Zeichnungen aus der New Yorker Morgan Library ist in den kommenden Monaten in der Münchner Pinakothek zu sehen. Bis zum 1. März 2009 zeigt die Staatliche Graphische Sammlung in der Pinakothek der Moderne 100 ausgewählte Werke vom 14. bis zum 20. Jahrhundert, etwa von Michelangelo Buonarrotti, Francisco de Goya, Peter Paul Rubens oder Albrecht Dürer bis hin zu Paul Klee oder Henri Matisse. Einer der Höhepunkte sei das letzte Skizzenbuch Jackson Pollocks, sagte der Direktor der Sammlung, Michael Semff. 2010 sollen im Gegenzug für die Leihgaben Werke aus München in New York ausgestellt werden.

Vor grau gestrichenen Wänden hängen die 100 Zeichnungen in zwei Räumen nach einzelnen Ländern geordnet: Ansichten von Städten, fein gezeichnete Porträts, schwungvolle Studien für Gemälde oder detailliert ausgearbeitete Szenen aus dem Alltag. Umfangreich ist die Auswahl aus Italien – ohnehin das Herzstück der Morgan Library. Hier
findet sich eines der ältesten Werke: "Gefangennahme und Martyrium des heiligen Minias" vom Ende des 14. Jahrhunderts, die Cenni di Francesco zugeschrieben wird und zu den bedeutendsten italienischen Zeichnungen zählt. Auch Werke aus Spanien, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz finden sich hier. Deutsche Künstler sind
nur wenige vertreten – mit Absicht, wie Michael Semff erläuterte. München verfüge selbst über große Bestände in diesem Bereich, die Leihgaben aus New York sollten dagegen etwas Neues zeigen.

Die Sammlung der Morgan Library geht zurück auf den Bankier John Pierpont Morgan (1837 bis 1913). Kern ist die Fairfax-Murray-Sammlung mit wertvollen Zeichnungen berühmter Altmeister, die Morgan 1909 angekauft hatte. Dazu zählen etwa "Die Verspottung Christi" von Rembrandt oder Michelangelos "Mariä Verkündigung". Morgan kaufte weitere Stücke hinzu. Sein Sohn Jack gründete nach dem Tod seines Vaters 1924 die Morgan Library, die noch heute als Bibliothek und Museum Interessierten offen steht. Heute besitzt die Stiftung nach Angaben ihres Direktors William M. Griswold rund 12 000 Zeichnungen, Manuskripte aus der Musik und der Literatur sowie einige wenige
Gemälde und Skulpturen. dpa

"100 Meisterzeichnungen aus New York. The Morgan Library & Museum zu Gast in München"

Termin: bis 1. März 2009, Pinakothek der Moderne, Kunstareal, Barer Straße 40, München
http://www.pinakothek.de/pinakothek-der-moderne

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