Heinz Mack & Daniel Spoerri - Koblenz

Licht und Essensreste

Zusammen sind sie fast 160 Jahre alt – Daniel Spoerri, der Schweizer Erfinder der Eat Art, und Heinz Mack, der Düsseldorfer Zauberer des Lichts, haben zwei parallel laufende Ausstellungen.

Antwerpen vor 50 Jahren: Im Ausstellungszentrum "Hessenhuis" lief die Ausstellung "Vision in motion – Motion in vision", eine Gruppenausstellung kinetischer Kunst. Die Hauptakteure Heinz Mack, Otto Piene, Jean Tinguely, Daniel Spoerri, Pol Bury und Yves Klein feierten in einer Kneipe, der Fotograf Charles Wild hielt das Treffen fest – für die Ausstellungsmacher im Ludwig-Museum Beleg dafür, dass ihre Idee, die beiden inzwischen fast 80-jährigen Künstler Spoerri und Mack in zwei parallelen Ausstellungen gemeinsam zu präsentieren, durchaus sinnfällig ist.

Daniel Spoerri, 1930 in Rumänien geboren und 1942 mit der Mutter und Geschwistern nach Zürich emigriert, schloss sich 1960 den Nouveau Réalistes an. Berühmt wurde er durch seine "Fallenbilder", in ­denen er zufällig beieinander liegende Gegenstände fixierte und in den Rang von Kunstwerken erhob. Besonders seine konservierten Überreste von Banketten – Teller und Schüs­seln mit Essensresten, Gläser, Bestecke – initiierten in den Sechzigern den Begriff "Eat Art" (Ausstellung: "Daniel ­Spoerri – Eaten by …", Katalog: Kerber Verlag, zirka 25 Euro).

Heinz Macks Thema war und ist das Licht. Mack gründete zusammen mit Otto Piene 1957 die Gruppe ZERO, die "eine Zone des Schweigens und neuer Möglichkeiten" nach den farblich-emotionalen Exzessen der informellen Nachkriegsmalerei herbeiführen wollte. Mack baut Lichtstelen, Lichtrotoren, Reliefs oder Kuben aus schimmernden Materialien. "Die Verwandlung und die durch diese bewirkte Verfremdung, welche zustande kommt, sobald ich meine Skulpturen den offenen Räumen überlasse", sagt er, "erreicht ihre besondere Intensität im Raum der Wüste, im Raum des Himmels und auf der unendlichen Fläche des Meeres." Sein Sahara-Projekt wird auch in der Ausstellung "Heinz Mack – Licht der ZERO-Zeit" (Katalog: Kerber Verlag, zirka 25 Euro) dokumentiert.

Daniel Spoerri & Heinz Mack

Termin: 30. August bis 1. November, Ludwig Museum, Koblenz
http://www.ludwigmuseum.org/