Godefridus Schalcken - Köln

Kunststar des Barock

Godefridus Schalcken war einer der großen Stars der barocken Malerei des "Goldenen Zeitalters". Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum widmet dem in Vergessenheit geratenen Meister des Kerzenlichts seine erste Retrospektive und trumpft mit Leihgaben großer Sammlungen auf, die zum Teil noch nie gezeigt wurden.

Seit der barocken Bildsymbolik denken wir bei Kerzen an unsere Sterblichkeit: Wie schnell brennt der Docht herunter, wie schnell und unerwartet kann das Lebenslicht verlöschen – schon ein Hauch genügt. Gleichzeitig spendet die Flamme ein intimes, warmes Licht, das Gesichter verführerisch aus dem Dunkel hebt. Mit dem Kerzenlicht feierte die Barockmalerei deswegen immer auch das Leben.

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Am schönsten leuchtet die Welt, wenn sie aus der Nacht des Todes herausgehoben wird. Als ein Meister dieser doppelten Symbolik galt der niederländische Maler Godefridus Schalcken (1643 bis 1706). Aufgewachsen im "Goldenen Zeitalter" der niederländischen Malerei, war er, ein Schüler von Gerrit Dou, berühmt für seine virtuosen Kerzenlicht-Gemälde und Porträts. Er arbeitete an den großen Königshäusern und Fürstenhöfen, verkörperte das, was man heute einen hochdekorierten Kunststar nennen würde – und geriet im 20. Jahrhundert beinahe gänzlich in Vergessenheit.

Comeback eines Barock-Stars

Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum will Godefridus Schalcken jetzt mit der ersten Retrospektive des Malers überhaupt zu einem Comeback verhelfen. Mehr als 80 Gemälde, das sind etwa ein Drittel der bekannten Werke Schalckens, kommen dafür aus aller Welt nach Köln. Das Spektrum der Arbeiten reicht von der handtellergroßen Miniatur bis zum großformatigen Porträt. 26 Leihgaben waren noch nie öffentlich zu sehen.

Will man sich die einstige Bedeutung Schalckens vor Augen führen, genügt schon ein Blick auf die Leihgeber: Vom Amsterdamer Rijksmuseum über die Gemäldegalerie in Berlin bis zur National Gallery in London fehlt kaum eine bedeutende Sammlung barocker Malerei. So bietet die Kölner Ausstellung "Schalcken – Gemalte Verführung" nicht nur die Gelegenheit, einen ausgezeichneten Maler wiederzuentdecken, sondern auch ein anschauliches Lehrstück über die Launen des kunsthistorischen Geschmacks.

Godefridus Schalcken – Gemalte Verführung

Termin: 25. September 2015 bis 24. Januar 2016, Wallraf-Richartz-Museum, Köln

Der Ausstellungs-katalog (Belser Verlag) kostet im Buchhandel 49,99 Euro.
Gegen Vorlage ihrer artCard erhalten unsere Abonnenten ermäßigten Eintritt.
http://www.wallraf.museum/ausstellungen/vorschau/2015-09-schalcken/