"Ich bin einfach zu neugierig"

Warum fördern Sie eigentlich junge Hambuger Künstler – ist das Ihre soziale Ader?

Ich wohne in Hamburg, ich kenne die Künstler hier, ich bin Teil der Szene – und das wichtigste: Sie sind gut. Hamburg hat an Künstlern ein unglaubliches Potential. Das hatte es schon immer und wird es auch weiterhin haben. Man muss sich ja nur mal anschauen, woher die deutschen Stars wie Daniel Richter und Jonathan Meese kommen.

Viele junge Hamburger Künstler, wie Hennig Kles, Till Gerhard oder Jürgen von Dückerhoff, die Sie entdeckt haben, sind richtig groß geworden. Wie entdecken Sie eigentlich Ihre Künstler?

Naja, ich habe die ja weder entdeckt noch richtig groß gemacht. Mir war immer klar, dass aus denen was wird. Da musste man ja nur einmal richtig hingucken. Und das war dabei das Erstaunliche: Bei Till Gerhard haben hier in Hamburg alle gepennt. Heute hat er seine Galerien woanders – in Berlin, New York und Stockholm.

Viele Ihrer Künstler sind später zu anderen Galerien gegangen – ist das eigentlich schmerzhaft?

Die Zusammenarbeit war ja meist nicht so supereng. Und ich habe, wie gesagt, nicht die Möglichkeiten, mich so sehr um die Künstler zu kümmern. Dann ist es verständlich, dass die dann auch einfach mal weg sind. Natürlich nervt das manchmal. Aber das ist eben der Lauf der Dinge.

Rückblickend: Gibt es etwas, das Sie anders gemacht hätten?

Ich hatte schon ganz früh Kontakt zu Shepard Fairey – und den habe ich nicht weiter vertieft. Das hätte ich mal tun sollen. Da war ich nicht auf Zack.

Kleiner Ausblick in die Zukunft: Was passiert in den nächsten zehn Jahren?

Ich weiß es nicht. Vielleicht suche ich mir doch noch einen Partner und ziehe in die weite Kunstwelt. Oder ich mache einfach so weiter. Ich bin einfach zu neugierig, mir macht es Spaß, immer wieder etwas Neues zu entdecken.

„10 Jahre Feinkunst Krüger"

Termin: bis 12. Oktober, Westwerk, Admiralitätsstrasse 74, Hamburg.

http://www.feinkunst-krueger.de

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