Kiss Kiss Bang Bang
Ausstellung in Bilbao
Im Zuge der allgemeinen Werteumwälzung der Sechziger Jahre fand auch der Feminismus Einzug in den internationalen Kunstdiskurs. In Bildern, Performances, Essays oder Videos thematisierten immer mehr Künstlerinnen ihre Rolle in Gesellschaft, Beziehung und Arbeitsleben.
Die Auseinandersetzung fand in erster Linie in Abgrenzung zum Mann und männlichen Rollenverständnis statt. Schlagworte wie "Patriarchat", "Schwanzsteuerung", "Subjekt/Objekt" wurden geprägt und die Umschreibung der fast durchweg von großen männlichen Meistern dominierten Kunstgeschichte gefordert. Zentrale Fragen der feministischen Kunsttheorie sind: Wie unterscheidet sich der Blick einer Frau auf die Welt von dem eines Mannes? Wie wirkt sich das auf die Kunst von Frauen aus? Wo hört Kunst auf und wo beginnt Pornografie
Aber was verbirgt sich eigentlich alles hinter dem doch etwas diffusen Sammelbegriff "Feministische Kunst"? So in etwa lautete die Frage, die sich die Kuratoren von "Kiss Kiss Bang Bang" am Anfang ihrer Konzeptplanung gestellt haben. Um Klarheit in die Gattung zu bringen, haben sie sich nun für 69 Werke von 36 Künstlern und 3 Künstlergruppen entschieden und die Schau in fünf Themenbereiche unterteilt: 1. Kampf für zivile und politische Rechte, 2. Kulturelle Konstruktion von Geschlecht, Gender und Sexualität, 3. Kampf für die Befreiung des weiblichen Körpers, 4. Verurteilung von Gewalt gegen Frauen und 5. Geschichte der Menschheit – ohne Ausklammerung der Frau. Diese Kategorisierung soll die vielen verschiedenen Schattierungen des Begriffs der Feministischen Kunst deutlich machen.
Infos
Die Ausstellung läuft noch bis zum 9. September im Museum der Schönen Künste in Bilbao, Spanien.