Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Ross Jenkinson

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Ross Jenkinson
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Ross Jenkinson: ohne Titel, 2009

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich bin generell von Fotografie angezogen, die einen echten, ungestellten Moment einfängt. Eine Art Fototagebuch. Wenn sich ein Fotograf dem Thema Akt nähert, interessiert mich eher die Intimität als die Nacktheit an sich.

Ich bin vor allem an der Stimmung und der Atmosphäre interessiert, die in einem Foto eingeschrieben sind. Ich bewundere Aktfotografie, der es gelingt, wahre Schönheit zu zeigen, bei der viel mehr im Bild ist als explizite Nackheit oder Sex. Mich interessiert Fotografie, bei der es unter der Oberfläche etwas gibt, das eine Verbindung oder ein Gefühl auslöst, zum Beispiel dass ich mich frage, was vor oder nach dem Moment passiert ist.
Vielleicht ist der Grund, warum mich diese Art von Fotografie interessiert auch eine Art von Voyeurismus – also das Gefühl zu haben, dass jemand uns in seine Welt hineinlässt.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Die Grenzen werden am Ende von jedem selbst gezogen, je nachdem wieviel eindeutige Darstellung wir akzeptieren. Aber für mich ist die Grenze ein Bild, das keine Gefühle provoziert oder keine tiefergehende Schönheit besitzt.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Das ist schwierig zu sagen. Für mich persönlich ist es keine Kunst mehr, wenn es außer purem Sex keine anderen Inhalte mehr gibt.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Die Arbeiten von Ryan McGinley inspirieren mich. Das liegt zwar nahe, aber ich liebe seine Werke von den Road Trips durch die USA. Ich bewundere seine Fähigkeit, Jugend, Freiheit und Abenteuer festzuhalten. Das widerspricht meiner Aussage, dass ein Bild “echt” sein muss, weil viele seiner Bilder gestellt sind. Aber sie wirken wie sehr epische, wahre Momente. Ich bin voller Ehrfurcht und neidisch auf das Abenteuer, das diese Bilder darstellen.

Ein anderes Beispiel ist Lina Scheynius. Sie hält sehr einfache intime Momente fest, die wahre Schönheit zeigen. Ich liebe auch die Arbeit von Jackson Eaton, vor allem seine Serie mit Hasisi Park, deren Arbeit auch großartig ist. Ich könnte auch David Meshki, Matthew Tammaro, Tania Shcheglova, Roman Noven und Bo Bae Kim nennen.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Mit alltäglichen Momenten, die eine Stimmung oder Atmosphäre festhalten oder hoffentlich eine Tiefe haben, die einen zum Nachdenken über das Bild bringt.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich habe schon eine Weile mit der Idee gespielt, ein Fotobuch zu veröffentlichen. Das sollte ich bald tun…

Ross Jenkinson

Ross Jenkinson ist 28 Jahre und studierte Marketing. Er lebt und arbeitet in Sydney, Australien.
http://www.rossjenkinson.com
rossmjenkinson@gmail.com

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