Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Fabio Borquez

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: den Künstler Fabio Borquez
Aktfotografie:die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Fabio Borquez: "ascensordekiogramos"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Die Aktfotografie ist so alt wie die Fotografie selbst, weshalb es im Grunde kaum eine Bildidee gibt, die nicht schon irgendwann einmal umgesetzt wurde. Der Reiz und die Herausforderung bestehen also darin, etwas Neues zu schaffen. Mir geht es auch nicht nur darum, auf eine neue Art Nacktheit zu zeigen, sondern dabei Geschichten zu erzählen, die erst mich und dann andere begeistern und im Gedächtnis bleiben. Zudem ist Fotografie das Kind in mir, das mich jeden Tag dazu bringt, neue Welten zu entdecken. So bin ich auch in dieses feminine Universum eingetaucht, denn die weibliche Form stellt in meinen Augen das Ästhetischste und Schönste dieser Welt dar.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ob mit oder ohne Tabus, ich habe meinen Weg gefunden, den ich für richtig halte. So sollen meine Bilder weder pornografisch noch billig wirken und immer den künstlerischen Aspekt hervorheben. Ich würde meine Arbeit aber definitiv als Gratwanderung beschreiben, die mir bestimmte Regeln aufzeigt.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Der Weg vom Akt zum Kunstwerk ist nicht linear, es müssen verschiedene Faktoren zusammen kommen. Eine gute Aktarbeit muss zum Beispiel auch zur passenden Zeit entdeckt werden. Außerdem ist Kunst einfach Kunst, wenn sie als solche wahrgenommen wird. Sie kann auch snobistisch sein und durch die Resonanz leben, die sie bei einer bestimmten Klientel erfährt. Für mich persönlich ist ein Aktbild Kunst, wenn es etwas erzählt und verstanden wird.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich würde viele klassische Fotografen als meine Vorbilder bezeichnen, aber wenn ich einen hervorheben müsste, dann wäre es Newton. In jedem Foto von ihm gibt es neue Aspekte, die man entdecken kann, und man merkt seinen Arbeiten an, dass er die Welt mit einem Augenzwinkern betrachtet. Es gibt natürlich auch viele neue Talente, die mir gefallen. Allgemein versuche ich aber, mich nicht durch die Arbeiten anderer beeinflussen zu lassen und betrachte fremde Fotografien automatisch mit einer gewissen Distanz.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Ich fühle mich keiner bestimmten Sparte verpflichtet, aber neben der Aktfotografie ist Fotojournalismus eine große Leidenschaft von mir. Ich bekomme zum Beispiel viele Anfragen für Modestrecken, das ist ein Bereich, in dem ich mich ebenfalls wohlfühle. Ansonsten bin ich eigentlich studierter Architekt, weil es damals in Argentinien keine Möglichkeit gab, Fotografie zu studieren. Erfahrungen in der Fotografie habe ich deshalb größtenteils auf Reisen gemacht.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Es wäre interessant, in 60 Museen auf der ganzen Welt simultan auszustellen – so, wie das Pedro Meyer mit seiner Austellung "Herejias" gemacht hat. Ich engagiere mich auch in verschiedenen Workshops und Lehrprojekten. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass dies auch weiterhin gefördert und geschätzt wird.

Fabio Borquez

Steckbrief: Fabio Borquez wurde am 26. Dezember 1964 in Buenos Aires, Argentinien, geboren und studierte dort Kunst und Architektur.



Nächste Ausstellung: "In den Händen von Morpheus" am 07. Juli 2011 im Landestheater Neuss



Ende April erscheint der Fotoband "Fabio Borquez - Erotic Wonderland" bei Edition Skylight, 160 Seiten, 29,95 Euro
http://www.fabioborquez.com/

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