Akt Now - Aktfotografie

Akt Now: Mia Berg

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Mia Berg, die nicht an Tabus glaubt und sich selbst in den Mittelpunkt ihrer Aktfotografie stellt.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Die Künstlerin auf einer Wiese. Mia Berg: "The End We've Sought After For So Long", 2011

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich kam als junge Übersiedlerin aus dem für Nacktheit offenem Schweden in das gehemmte Amerika.

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Strecken Teaser

Dadurch habe ich angefangen, jede Arbeit zu schätzen, die die Akzeptanz von Nacktheit, egal ob sexuell oder natürlich, fördert. Ich liebe es, wenn das Nackte als Thema, egal ob von Medien oder von der Kultur erfasst wird. Aber auch wenn es anders und brillant ist, jede Möglichkeit ist wundervoll.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

In meiner Arbeit geht es um die Beziehung zwischen meinem Körper (und jedem Menschen allgemein) und der Natur. Durch meine Interaktionen mit der Umgebung versuche ich, mich auf meinen Instinkt zu verlassen und habe keine bestimmte Liste, die abgehakt werden muss. Es ist einfach eine Kommunikation mit der Welt. Und ich glaube nicht an die Idee von Tabus. Mach einfach, was auch immer du willst!

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn es die Absicht hat, als Kunst angesehen zu werden oder wenn der Betrachter es als kunstvoll empfindet. Manchmal kann so etwas wie Kunst einfach aus herrlichen Unfällen entstehen.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Meine erste Fotoliebe waren die Arbeiten von Spencer Tunick. Seine Massenakte in der Öffentlichkeit oder in der Natur gaben mir eine neue Hoffnung für Amerika, die Nacktheit zu akzeptieren. Ich schätze auch sehr Andrew Wyeths Gemälde, einschließlich seiner Helga-Arbeiten.

Was war der peinlichste Moment?

Manchmal begegne ich überraschten Spaziergängern, selbst in abgelegenen Wäldern. Einmal ist eine Frau vorbeigegangen, als ich oben in einem Baum saß, und es schien, als ob ich ihrem Blick ausweichen wollte. Aber bevor sie dann verschwunden war, drehte sie sich um und sagte: „Das ist ein wunderschönes Bild.“ Das war total schön, jemandem diese Erfahrung zu geben, ein Werk im Entstehungsprozess zu sehen. Und ein Aspekt der Performance ist dabei immer, was für eine Energie das finale Bild festhalten kann.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

All meine Bilder entstehen aus einer Mischung von beiden. Die Fotografien entstehen mithilfe meines Stativs, das ist mein Inszenierungs-Instrument. Dann nutze ich meine Umgebung als eine Art Unterhaltung zwischen meinem Körper, meiner Seele und der natürlichen Welt. Am Ende bin ich sowohl das Subjekt als auch der Erschaffer. Die Kamera ist lediglich das Aufnahmegerät. So entstehen Momente, die Natürlichkeit ausstrahlen und keine bestimmte visuelle Richtung anstreben.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich fange an, neben mir, andere Themen zu entdecken. Zum Beispiel arbeite ich an einer Serie von Zeichnungen und Gemälden als Ergänzung zu meiner fotografischen Arbeit, und ich freue mich, in naher Zukunft ein Buch zu produzieren.

Mia Berg

Nächste Ausstellung:  Inseparable, Eröffnung: 16 Juli 2014 in der Gallery 151 in New York.

Ausbildung:  Parsons School of Design, New York

Alter:  28
http://www.miaberg.com