Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Latoya van der Meeren

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Die Autodidaktin Latoya van der Meeren.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Latoya van der Meeren: "Turksfruit"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Nacktheit ist wohl die ehrlichste Form des menschlichen Seins.

Wir versuchen sie alle zu verbergen – unsere Haut mit Kleidung und unsere Persönlichkeit mit Sarkasmus, Scherzen oder auf eine andere subtile Art. Unsere Haut vereint uns, sie schützt uns und sie erzählt eine Geschichte.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Was das Medium Fotografie angeht, so denke ich vorerst über die Geschichte nach und welchen Inhalt ich mit ihr transportieren möchte, weniger darüber Tabus zu brechen, oder wie weit ich gehen würde. Wenn es intim wird, gibt es keine Grenzen. Das Glas ist bodenlos. Alles was wir wollen, ist mehr. Obwohl meine Bilder einen hohen Grad an Nacktheit beinhalten, würde ich sie niemals als provokativ oder pornografisch einstufen. Die Menschen in meinen Bildern sind befreundet und mögen sich gegenseitig, ich versuche sie deshalb genauso einzufangen, wie sie sind.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Was ist Kunst? Ich denke, das ist eine schwierige Frage. Man kreiert, was einen bewegt, einen anspricht. Wenn ich meine Werke ausstelle und damit die Geschichte erzähle, die sie transportieren, ist der Punkt erreicht, an dem mein eigener Teil der Geschichte endet. Wie andere den Wert meines Werks beurteilen, ist ganz ihnen überlassen. Für mich kann sich Kunst in jeder Ausprägung zeigen, das einzige Kriterium ist, dass sie mich anspricht.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Liebe ist meine größte und auch einzige Inspiration. Ich sehe sie in geliebten Menschen, in Musik, in der Natur und in meinen Musen. Die Liste inspirierender Einflüsse ist endlos, deshalb fühlt es sich falsch an, eine einzige Person als Inspirationsquelle hervorzuheben. Trotzdem kommt mir ein Name immer in den Sinn: Anna Dijkman, meine erste Muse. Sie hat etwas Magisches.

Was war der peinlichste Moment?

Es gab keinen. Es gibt keinen Raum für Scham auf der anderen Seite der Kamera.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

In meinen eigenen Arbeiten (nicht kommerziell) inszeniere ich nie. Ich beobachte und halte fest, was passiert. Dann gibt es nur Platz für Zufälle und Aufrichtigkeit.
Sogar in Auftragsarbeiten versuche ich so wenig wie möglich zu inszenieren. Ich habe das Gefühl, dass es jedesmal den Moment zerstört. Man kann etwas inszenieren, eine gewisse Stimmung erzeugen, doch dann sollte man es fließen und auf sich zukommen lassen.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Diesen Frühling werde ich an meinem ersten Buch arbeiten. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen meinen Freunden, meinen Musen, einem Autor und mir selbst. Es wird auch einige Autoausflüge geben, die ich mit der Kamera begleiten werde. Und meine Muse Anna wird mit mir diesen August auf eine Tour durch die USA gehen. Ein Leben voller Pläne!

Latoya van der Meeren

Latoya van der Meeren ist 1984 in Geldrop, Niederlanden geboren. Zur Zeit lebt sie in Amsterdam.

Nächste Ausstellung: Sommer 2014

Ausbildung: Autodidaktin

Alter: 29
http://latoyavandermeeren.com
photo@latoyavandermeeren.com