Akt Now! - Aktfotografie

Matt Sharkey

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Matt Sharkey

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Es macht mich unglaublich glücklich, einer Person dabei zuzusehen, wie sie sich zögerlich, fast schon etwas widerwillig verändert, wenn sie sich nicht mehr hinter ihrer Kleidung verstecken kann.

Ich sehe, wie dieser Prozess die Menschen öffnet, sie zu freieren Persönlichkeiten macht und ihnen dabei hilft, sich selbst besser kennenzulernen. Zudem reizt mich die Gefahr der Verletzlichkeit und das nötige Vertrauen bei der Aktfotografie. Es ist mir jedes Mal ein Ehre, wenn ich spüre, dass mir Vertrauen entgegengebracht wird – dafür bin ich wirklich dankbar. Ich glaube auch, dass Aktfotografie eine der wenigen Situationen ist, in der Menschen zu sich selbst finden. Offensichtlich gibt es aber noch einen anderen Grund, warum ich Aktfotografie schätze und gleichzeitig von ihr besessen bin: Es gibt einfach nichts, was man an einer nackten Frau nicht lieben könnte.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Es gibt nichts, was ich nicht tun würde. Vielleicht sollte ich das nicht so sagen, denn ich würde nichts fotografieren, was irgendwie erniedrigend, grausam, zerstörend oder einfach nur widerlich wäre. Aber davon abgesehen würde ich alles ausprobieren, solange die Models mitmachen. Das muss natürlich auf einer gemeinsamen, verständnisvollen Ebene passieren. Ich würde mich einem Model auch in keiner Weise sexuell annähern, diese Grenze würde ich niemals überschreiten. Schließlich liebe und schätze ich Frauen, sowohl in Bezug auf ihre Schönheit als auch auf ihre Sexualität. Ich würde zwar jemandem beim Sex oder masturbieren fotografieren, aber genau da ziehe ich dann auch meine Grenze. Ansonsten gibt es sicherlich viele Tabus und Vorurteile, aber ich habe mich nie darum geschert, was andere darüber denken oder über mich sagen, und damit werde ich jetzt auch nicht mehr anfangen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

in Aktfoto ist ein Kunstwerk, wenn es gut durchdacht, vorsätzlich und zielgerichtet ist. Alles andere ist nur ein Bild, aber ich liebe und schätze beides.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Hinsichtlich der Aktfotografie hege ich die größte Bewunderung für Mona Kuhn. Die Schönheit und Ehrlichkeit ihrer Arbeit ist sehr inspirierend. Mit Jock Sturges verhält es sich ähnlich. Das kommt wohl daher, dass Mona als Model für Jock angefangen hat und später seine Assistentin wurde. Die restliche Szene verfolge ich nicht besonders, da mich die Politik der Kunst nicht im geringsten interessiert.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich arbeite schon an ein paar Projekten, bei denen ich es kaum abwarten kann, sie fertigzustellen. Hauptsächlich drehen sich diese Arbeiten um Dinge, die mich am meisten inspirieren und stimulieren: die Menschen, der Verfall der Städte und das Tageslicht.

Matt Sharkey

"Ich liebe die Fotografie nicht ihres Handwerks oder der Wissenschaft wegen. Ich liebe sie, weil sie mir ermöglicht, menschliche Erfahrungen festzuhalten, während sie sich gerade entfalten."
http://www.mattsharkeyphotography.com