Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Marlies Plank

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Marlies Plank
Junge Aktfotografie:die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Marlies Plank

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Am Akt reizt mich, dass sich die Leute nicht hinter irgendwelchen Markenklamotten oder Sonstigem verstecken können, womit sie im Alltag ihre Unsicherheiten kaschieren. Wenn man nackt ist, gibt man sich (das glaube ich jedenfalls) am ehesten noch so wie man ist.

Ich zeige gerne Leute, die einfach natürlich aussehen, mit ihrem Körper und sich selbst zufrieden sind, und das auch ausstrahlen. Ich gehe selber gerne nackt schwimmen, dabei ist mir schon öfter aufgefallen, dass sobald die Hüllen fallen, man auch viele Barrieren überwindet, die oft nur durch Äußerlichkeiten entstehen. Ich führe dann plötzlich interessante Gespräche mit Leuten, die angezogener Weise wohl nie ein Gespräch mit mir geführt hätten. Akt ist wohl die ehrlichste Art jemanden zu fotografieren.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich versuche eine klare Grenze zwischen Akt und Pornografie zu ziehen. Tabus gibt es eigentlich keine, aber ich versuche Bilder zu machen, mit denen ich mich wohl fühle und auch das Model sich wohl fühlt. Ich kläre auch immer im Nachhinein jedes Bild ab, ob die Verwendung für das Model o.k ist. Also ich möchte zum Beispiel keine Bilder produzieren, die jetzt salopp gesagt (entschuldige den Ausdruck) als Wichsvorlage gehandhabt werden. Ich bin vor kurzem zwei mal auf meiner Facebook Seite zensiert worden, wegen eines Bildes wo Brüste zu sehen waren. Das habe ich wiederum nicht verstanden. Das Bild war für mich harmlos, und ich habe mich dann doch etwas geärgert, weil da anscheinend irgendein Moralapostel ein Problem mit dem weiblichen Körper hat, während überall auf Facebook und generell im Internet die heftigsten Pornoseiten selbst für Jugendliche verfügbar sind. Aber natürliche Aktporträts, wo die Frau nicht als williger konsumierbarer Fleischklumpen präsentiert wird, sind anscheinend für manch einen zu viel.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Gute Frage. Also ich glaube, ob ein Akt Kunst ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Mag sein dass es die Intention des Künstlers war Kunst zu produzieren, nur zumindestens mir geht es manchmal so, dass ich vor einem Kunstakt stehe und einfach absolut nichts dabei rüber kommt, wenn ich es mir ansehe. Ich finde es reicht nicht einfach ein nacktes Model zu nehmen und es in irgendwelchen verrenkten Posen im Studio abzulichten. Ich muß immer ein Konzept oder eine Idee dahinter sehen, die ein gewisses Gefühl rüber bringt. Es kann abstoßend, fasziniernd oder alles mögliche sein, aber alles nur nicht "eh o.k" und "eh schön". Außerdem finde ich es schrecklich, wenn man bei sogenannten Kunstwerken, zuerst eine DIN-A4 Seite durchlesen muß um das Bild zu verstehen. Entweder sehe ich es, verstehe es und es löst etwas bei mir aus, dann finde ich hat der Künstler wirklich ins Schwarze getroffen.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Schwer zu beantworten, es gibt immer wieder Serien von Fotografen die mich begeistern. Momentan gefallen mir ein paar Serien von Elizaveta Porodina (vor allem von ihrem Gold-Projekt, obwohl sie es mittlerweile schon gar nicht mehr hören kann) und Marie Hochhaus ganz gut.

Was war der peinlichste Moment?

Ich glaube mir ist grundsätzlich nichts peinlich, spätestens im Nachhinein lache ich darüber. Es hat schon gewisse Vorteile, wenn man über sich selber lachen kann. Beim letzten Shooting war das Model nackt, mit einem Hirschgeweih am Kopf, und ich hatte leichte Panikanflüge, dass ein Jäger sie mit einem Hirsch verwechseln könnte.

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Grundsätzlich inszeniere ich sehr gerne. Es gibt eigentlich immer einen grundsätzlichen Schlachtplan mit Requisiten etc. Ich lasse mich aber auch gerne von plötzlichen Geistesblitzen, die einfach so während des Shootings auftauchen, leiten. Manchmal sind die Bilder, die man aus einer plötzlichen Idee heraus macht, die besten Bilder schlechthin.

Welches Projekt würdest Sie gerne einmal realisieren?

Also ich habe eines während meines Studiums gelernt: Ja nie eine neue Idee laut ausplaudern.

Marlies Plank

Steckbrief:

26. Februar 1981 in Wien geboren

Hochschule/Ausbildung:

Kultur und Sozialanthropologie (Visuelle Anthropologie ), 2006-2010

Freiberufliche Fotografin seit 2007 (picture agencies Plainpicture und Millenium)


Preise/Stipendien:

Nikon Internationaler Foto Wettbewerb // 1. Preis
http://www.nikon-npci.com/eng/results/2010-2011/award/division_b/index.htm

Oktober 2009 // Artist in Residence, Coimbra, Portugal

Februar 2010 // Artist in Residence, Paris, Frankreich

November 2010 // La treizieme fille in Wien, Monat der Fotografie

August 2011 // Einzelausstellung im Museumsquartier Wien

Nächste Ausstellung:

"Ohne Titel" Gruppenausstellung/6.-13.9 2012/Brick 5,
Fünfhausgasse 5, 1150 Wien

"Getting there & away // Getting home" im Monat der Fotografie in Wien :
1.11-7.11 2012 im moe , Thelemanngasse 4/1 , 1170 Wien






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