Akt Now! - Aktfotografie

AKT NOW: Eva Horstick-Schmitt

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: die Dortmunder Fotografin Eva Horstick-Schmitt
Aktfotografie: Eva Horstick-Schmitt:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Eva Horstick-Schmitt: "Babaismus", 2005

Frau Horstick-Schmitt, was reizt Sie an dem Thema Akt?

Mich reizt die Ästhetik der Form(en). Frauen als erotische Wesen inspirieren mich. Die Welt der Frau ist äußerst komplex und vielschichtig. Die Vermischung der Genres, inklusive der Verwischung von realer und virtueller Schönheit, stellen den fotografisch-kommunikativen Aspekt dar, der visuell aussagekräftig sein soll, und hinter dem die Empfänger der Botschaft eine auf diese Weise 'erzählte' Geschichte 'lesen' mögen. Die Choreografie des Augenblicks reizt mich auch.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Keine pornografischen Darstellungen sowie Abbildungen von Frauen, in denen sexistische Macht eine Rolle spielt. Die Frau ist für mich keineswegs ein Sexobjekt, sondern ein Mensch mit Seele und Aura. Frausein ist schön, und das sollte Mann sich merken.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Beim Herantasten an die weibliche Seele und wenn Körper und Aura der Schönheit dienen. Wenn das Foto eine Seele hat und der Betrachter sich von ihm inspiriert fühlt. Es gibt so viele Betrachtungen. Kunst ist ein dehnbarer Begriff.

Gibt es inspirierende Vorbilder für Sie?

Intuition, meine Fantasie und auch meine Träume sind mir wichtig. Weil ich ihn schön finde, hatte ich als Vorbild außerdem meinen eigenen Körper (das soll nicht arrogant klingen, aber ich stehe zu mir selbst). In der Fotografie gibt es keine wirklichen Vorbilder für mich, da ich meine Grenzen immer austeste und ausprobiere, was geht. Da ich hin und wieder als Model gearbeitet habe, lernte ich auch andere schöne Frauen kennen, die wie Elfen auf mich wirkten. Das habe ich immer am Wesen der Frau bewundert. Männer sind eben eher nicht mein Sujet, obwohl ich meinen Mann toll finde. Aber ich käme nicht auf die Idee, Männerakte zu fotografieren.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Ich beschäftige mich außerdem mit Menschenhandel, Non-Profit-Projekten und Familienbildnissen der Jetztzeit. Porträts und Architektur im Kontext ihrer jeweiligen Landschaft begeistern mich. Mich interessieren zudem Collagen und meine Arbeiten zum Thema "Puppenbilder" und ihre Herauslösung aus den üblichen Kontexten. Außerdem mag ich Bauwerke, die verlassen wurden und die niemand mehr wahrnimmt – zum Beispiel Industrieanlagen und leerstehende Häuser. Verlassene Strände und Plätze sind mir lieb, wegen der Stille und der leisen Windgeräusche, die man auf ihnen vernehmen kann. Poesie und Melancholie sind mir wichtig in meinen Fotoarbeiten. Politisch aktuelle Themen wie Terror, Krieg und Mode in den Kontext zu stellen, ist ein Anliegen in meinen Installationen und Fotoarbeiten seit dem Jahr 2001.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Gern würde ich nach Afghanistan gehen und dort arbeiten. Da ich viermal im Kosovo war und dort in Form einer Reportage das Thema Menschenhandel ausführlich bearbeitet habe, interessieren mich in Afghanistan die Menschenrechtsverletzungen an Frauen. Frauen werden dort noch gesteinigt und haben keinerlei Rechte, sondern gelten als Besitz. Wenn ich daran etwas ändern könnte, würde ich es tun. Leider ist es dort einfach zu gefährlich. Ein anderes Projekt wäre ein neues Buch mit Fotos aus meinem Fundus, aus meinem Leben als Fotografin und Frau.

"Eva Horstick-Schmitt"

52 Jahre, Diplom-Fotodesignerin FH, Choreografin, Fotografin

http://www.arteve.de