Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Neda Rajabi

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: die in Berlin lebende Neda Rajabi.
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Neda Rajabi: Ohne Titel

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Im Vergleich zur Fotografie mit bekleideten Models, besteht bei Nacktheit eine größere Chance auf mehr Sein als Wollen.

Sie erlaubt der fotografierten Person, genau wie mir, mehr von sich ins Bild einzubringen auf jeweils ganz unterschiedliche Weise. Außerdem finde ich es spannend, wie Menschen mit Nacktheit umgehen. Das lässt sich vorher selten erahnen und bringt eine unkalkulierbare Komponente ins Bild, die mir gefällt.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Mir geht es nicht darum, Tabus zu brechen, nicht einmal um das Nacktsein an sich, vielmehr um den Moment und alles was ihn ausmacht. Ganz gleich, ob es Dinge sind, die sich benennen lassen, wie beispielsweise Farben oder ob es etwas Spürbares ist, wie eine Stimmung. Was immer sich ergibt und im Sinne der Narration oder des Moments ist, ist gut.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Für mich ist Kunst sehr nah mit dem Ausdruck und dem Empfinden eines Gefühls verbunden. Ich finde, das ist sehr subjektiv und komplex, und ich glaube nicht, dass es da ein Wahr oder Falsch gibt, ­ auch nicht für (Akt-)Fotos.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

In Alltagssituationen kann mich alles mögliche begeistern. Das kann eine Form, eine Lichtsituation, ein Gespräch, Gefühl, Material oder ein Prozess sein. Unter Fotografen faszinieren mich derzeit die Arbeiten von Vivianne Sassen sehr. Sie hat eine unglaublich dynamische und kraftvolle Bildsprache ohne dabei laut zu sein.

Was war der peinlichste Moment?

Bis jetzt gab es keinen.

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Für meine Arbeit spielt beides eine große Rolle. Für mich kann eine Inszenierung weit vor der Aufnahme beginnen und setzt sich in jedem Fall danach noch bei der Selektion fort. Gleichzeitig ist mir der Zufall sehr willkommen. Die Momente, in denen etwas Unerwartetes passiert gefallen mir oft am besten. Sie sind oft authentischer.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Momentan reizt mich die Dinglichkeit. Ich möchte mich in Zukunft mehr damit auseinandersetzen, auf fotografischer und auch auf plastischer Ebene.

Neda Rajabi

Die Fotografin lebt und arbeitet in Berlin, unter anderem auch als Produktdesignerin

Hochschule/Ausbildung: Product Design (M.A. University of Applied Arts and Design, Hannover und National Institut of Design, Indien)

Alter: 32
http://nedarajabi.de
info@nedarajabi.de