Akt Now - Aktfotografie

Akt Now: Justin Fox

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Justin Fox
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Justin Fox: "Jess", 2014

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Als präpubertäres Kind hat mich sowohl männliche, als auch weibliche Nacktheit fasziniert.

Meine Mutter hatte einen kleinen Modeladen in der Stadt, und wenn ich manchmal meine Wochenenden dort verbrachte, schaute ich mir Frauenmagazine an und glotzte auf nackte Personen. Später, in der High School, war ich begeistert von Frauen, Erotikzeitschriften und Kunst. Nach der Schule verbrachte ich viel Zeit damit, die weibliche Form in meine digitale Kunst einzubringen. Mein erster Akt-Fotoshoot war dann allerdings erst in meinen professionellen Grafikdesign-Jahren. Es war mit meiner damaligen Freundin, nachdem wir ziemlich viel Rotwein getrunken hatten. Eigentlich total kitschig und sehr spontan, so aus dem Moment heraus, aber überraschenderweise waren die Ergebnisse sehr geschmack- und kunstvoll. Als Paar waren wir natürlich stolz auf die Bilder und haben sie dann online gestellt. Jetzt, nach einigen Jahren und verschiedenen Partnerinnen, die immer bereit waren, mir als meine nackten Musen zu dienen, bin ich nicht mehr darauf aus, Aktfotografie zu machen. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich der Erste, der dabei ist (natürlich um der Kunst Willen!).

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Es wäre toll, wenn ich ehrlich sagen könnte, dass es mir egal ist, was andere denken, aber leider ist es mir manchmal schon wichtig. Da draußen habe ich sowohl als Kreativer, als auch als Gründer verschiedener Gemeinschaften schon einen guten Ruf. Es gibt aber bestimmte Dinge, die ich in meinem persönlichen Leben liebe (Drogen, Fetische, ihr wisst was ich meine...) und ich habe das Gefühl, dass es einige Meinungen über mich spalten würde. Deshalb muss ich einen Kompromiss finden und trotzdem "unzensiert" bleiben. Ich bezweifele jedoch, dass ich es je ganz schaffen werde.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Zu dem Thema hatte ich schon einige heiße Diskussionen. Vor einiger Zeit habe ich mal Natacha Merritt getroffen, die sehr intensive und grafisch-sexuelle Selbstporträts macht. Damals sprach sie auf der AGIDEAS-Konferenz in Melbourne, und in ihrer ganzen Rede ging es um das Thema: "Was ist Kunst und was ist Pornografie"? Wobei die meisten der Zuhörer davon eher verwirrt wurden. Ihre Arbeit ist Kunst – daran zweifle ich nicht. Aber allein die Tatsache, dass viele Menschen ihre Werke als Pornografie ansehen, ist für mich der Beweis, dass manche da draußen ihre Kunst einfach nicht verstehen. Darauf gibt es auch keine Schwarz-weiß-Antwort (und ich lebe sowieso lieber im Grau). Ich glaube, jeder muss selbst entscheiden, was Kunst ist und was nicht.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Meine Inspiration kommt eigentlich von mir selbst, von meiner Vergangenheit, meinen Ideen, meiner Kultur und meiner Familie. Ich habe irgendwie schnell begriffen, dass es keinen Sinn hat, sich von anderen Kreativen inspirieren zu lassen. Wenn du das tust, kopierst du die anderen nur. Den wahren Grund, warum deren Arbeiten so gut sind, verstehst du aber nicht. Wenn man stattdessen Inspiration aus sich selbst gewinnt, hat man die Chance etwas Originelles und Einzigartiges zu schaffen. Und jetzt, wo ich das gesagt habe, muss ich doch zugeben, dass ich viele lokale und internationale Kreative wie Fotografen, Künstler und Designer echt toll finde.

Was war der peinlichste Moment?

Gab es bis jetzt nicht! Ich war mal auf Sets, wo der Fotograf technische Probleme hatte. Ich verwende aber nur natürliches Licht und brauche somit nur mich, mein Model und meine Kamera. Bei mir gibt es keine Fernsteuerung für den Blitz oder irgendwelche Lichter, über die ich mir Sorgen machen müsste. Und falls eine Kamera kaputt gehen sollte, habe ich immer eine zweite dabei.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Meine Lieblingsform der Fotografie nenne ich die „In-dem-Moment“-Aufnahmen. Das heißt aus dem Stegreif und spontan. Leider ist das aber nicht mit jedem Model so einfach, also versuche ich in letzter Zeit, mich vorher mit den Mädchen zu treffen, um über unsere Ideen zu sprechen. Heute fallen meine Bilder allerdings in eine andere Kategorie. Ich hab eine Modefirma (Zen Garage), also mache ich viel Modefotografie. Dann gibt es noch die Fotos, die man sich chronologisch anschauen muss, weil sie eine Geschichte erzählen. Und dann sind da meine Kunstaufnahmen, die ihre Inspiration aus einer bestimmten Quelle gewinnen, sei es ein anderer Künstler (die Fotos mit Krystal waren zum Beispiel inspiriert von einem Araki-Foto) oder das Model selbst.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich hab total Lust, mal mit Künstlern zusammenzuarbeiten, die ich bewundere, oder mit Marken, die ich gut finde. Wobei solange ich das machen kann, was ich liebe, bin ich glücklich. Als Grafikdesigner habe ich viele Jahre damit verbracht, CD-ROM-Präsentationen, Webseiten, Printdesigns und so weiter für andere zu machen. Klar war einiges davon befriedigend, aber das meiste dann doch nicht. Jetzt bin ich echt wählerisch was meine werbetätige Arbeit angeht. Die Fotografie versuche ich, als Projekt der Leidenschaft zu sehen, das ich aus Liebe mache und nicht für das Geld.

Justin Fox

Ausbildung: Bachelor of Design an der University of New South Wales, College of Fine Arts

Alter: 39
http://justinfox.tumblr.com/ und http://www.justinfox.com.au/
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