Akt Now! - The Dirty Story

Akt Now: The Dirty Story

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: der britische Künstler The Dirty Story.
Akt Now: The Dirty Story:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

The Dirty Story: "Rebecca's Floor"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

The Dirty Story: Ich glaube, meine Arbeit handelt nicht vom Thema Akt. Für mich hat das Wort "Akt" etwas von alter bildender Kunst wie Michelangelos "David" oder von diesen furchtbaren Schwarzweißakten an leeren Stränden. Meine Arbeit ist direkt, roh und ohne vorformulierte, stereotype Gedanken über den Akt.

Ich mag es einfach, sexualisierte Bilder zu machen, weil sie mich und was mich umgibt auf natürliche Weise ausdrücken. Ich möchte mit meinen Fotos einen neuen Weg finden, ohne in Akt- oder Erotikklischees abzudriften. Viele Arbeiten folgen einem definierten Pfad, bei dem festgelegt ist, was sexy, fetisch oder subversiv ist. Mir zeigt das, dass es wirklich wichtig ist, mit "unverbrauchten" Augen aus einer anderen Perspektive zu schauen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich kann selbst nicht sagen, ob es Tabus gibt, wenn ich mich in meiner Arbeit auf Akt oder Nacktheit beziehe. Wenn, dann muss darüber der Betrachter oder die Gesellschaft entscheiden. Das Tabu ist ein sozial definiertes Phänomen, es ändert sich von Kultur zu Kultur und deren sozialen Normen. Die Einstellung gegenüber Nacktheit ist in Deutschland und Nordeuropa gelassener als hier in Großbritannien. Ich will aber dennoch keine Tabus brechen, nur um Grenzen zu überschreiten. Das finde ich künstlich und anmaßend. Ich denke, dass Voyeurismus, mit dem sich viele meiner Arbeiten befassen, ein Tabu in unserer Gesellschaft ist, obwohl wir als eine von Prominenten besessene Kultur gelten. Das ist doch zum Lachen. Wie weit ich gehen würde? Ich arbeite hauptsächlich mit Menschen, die ich gut kenne. Alles, was ich tue, bespreche ich vorher mit ihnen. Egal, wie weit ich gehen würde, es wäre alles mit Humor und einem Lächeln auf meinem Gesicht geschehen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn der Betrachter denkt, das es eines ist. Ich bin davon fest überzeugt, dass der Bildner nicht das Recht hat, seine Arbeit als Kunst zu betiteln. Ich würde mich selbst niemals Künstler nennen.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich liebe die "Nurse"-Serie von Richard Prince und das "Rohe" in seinen Arbeiten. Ich bin ein großer Fan von "Sonic Youth" und habe Prince über das Albumcover "Sonic Nurse" entdeckt. Als Fotografen mag ich Richard Kern, der, mehr noch als Helmut Newton, Meister des Voyeurismus ist. Ich liebe die Intimität und den Realismus seiner Werke. Außerdem gefällt mir Stacey Mark, eine amerikanische Fotografin, die für zahlreiche Modemagazine fotografiert. Ich mag es, wenn Fotografinnen weibliche Akte fotografien und ich bin fasziniert davon, wie die Arbeiten von männlichen Fotografen abweichen.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Wenn ich ehrlich bin, plane und organisiere ich meine Arbeit nicht genug, um mich mit großen anderen Themen zu beschäftigen. Ich mag die Einbeziehung von Text in das Bild. Das ist ein Thema, dem ich gerade nachgehe.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Meine Bilder mit Interviews der Dargestellten zu kombinieren.

"The Dirty Story"

31, Autodidakt, Manchester, Großbritannien
http://www.thedirtystory.blogspot.com/