Akt Now - Aktfotografie

Akt Now: Roman Gilz

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder internationaler Fotografen. Diesmal: Roman Gilz
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder internationaler Fotografen

Roman Gilz: "Schamreflex", 2009

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Meine Leidenschaft für die Aktfotografie habe ich bereits Anfang der Neunziger entdeckt. Wobei für mich die Faszination darin besteht, die Fantasien der Mädchen einzufangen.

Aus diesem Grund arbeite ich auch nicht mit Modellen, sondern mit Amateuren, die ihre persönlichen und intimen Leidenschaften mit mir teilen. Wer perfekte Kurven und makellose Haut sucht, wird das in meinen Bildern nicht finden.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Soweit, wie mich die Mädchen an sich und ihre geheimen Wünsche und Fantasien lassen. Sonst gibt es keine Grenzen. Außer Erotik mit Kindern und Tieren, was ja wohl selbstverständlich ist.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ein Akt wird für mich zum Kunstwerk, wenn er persönlich ist, Geheimnisse preisgibt. In den Anfängen der Aktmalerei ging es um die Geheimnisse, die dargestellt werden sollten, die innere Welt des Individuums: Gefühle, Ängste, Träume, Wünsche. Und daher ist es auch wichtig, dass es sich bei meinen Modellen nicht um Darsteller handelt, die etwas vor der Kamera spielen. Ich möchte die innere Welt des Individuums zeigen, ähnlich wie bei einem Porträt, bei meinen Arbeiten selbstverständlich aufgemischt mit Erotik.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Natürlich die Klassiker: Helmut Newton und Bettina Rheims, sowie Richard Kern, Tony Ward und Terry Richardson.

Was war der peinlichste Moment?

Peinliche Momente gibt es nicht mehr. Die ersten Akt-Shootings waren peinlich. Damals hatte ich noch Berührungsängste, und es war teilweise sehr schwer, dem Modell mitzuteilen,
was ich nun genau von ihr wollte.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Meine Bilder sind immer Inszenierungen. Sicherlich ergeben sich auch Zufälle. Dies sind dann oft ganz besondere Momente und Bilder: Wenn meine Darstellerin während der Session noch mehr gibt oder zeigt, als nur den unbekleideten oder wenig bekleideten Körper, wenn sie mich mich ihre Wünsche und Träume erleben lässt. Der berühmte "gute Draht" spielt sicherlich eine wesentlich Rolle bei dieser Art der Inszenierung.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ein wirklich großer Wunsch geht gerade in Erfüllung: Mein erstes Buch wird voraussichtlich im Mai 2013 erscheinen, der Titel: "Fetisch d’amour – die hohe Kunst der Begierde". Im Spektrum einer aufgeklärten Normalität entsteht zusammen mit dem Texter und Autor Beniaton Weiss eine Synthese aus Wort und Bild, ein neues Format der Fetisch-Akt-Fotografie. Dem Fetisch, der in der Beziehung zum eigenen Körper entsteht und dabei alle Facetten des klassischen Fetisch auslöst.

Mein nächstes Wunschprojekt spielt in den schottischen Highlands. Ich möchte eine Akt-Serie mit verschiedenen britischen Frauen fotografieren. Das wäre wirklich großartig: eine Art wahr gewordener Traum aus Mythos und Fantasie!

Roman Gilz

Roman Gilz arbeitet seit 1996 als professioneller Fotograf und Art-Direktor. Er lebt und arbeitet in Norderstedt bei Hamburg.
http://www.roman-gilz.de
roman@gilz-art.com