Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now:Andreas Reh

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Andreas Reh
Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Andreas Reh: "Vanish Girl", 2008

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich liebe ästhetische visuelle Reize! Es ist egal, ob es sich dabei um eine schöne Pflanze, eine Landschaft oder um einen schönen Körper handelt.

Es ist mir wichtig, das ästhetische Momentum einer Szene in einem Bild festzuhalten, um es anschließend mit Anderen teilen zu können. Auf einen Satz reduziert: Ich fotografiere nur, was ich auch selber gerne sehen möchte.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Den Rahmen des Machbaren gibt die Gesellschaft vor, in der wir leben. Ich selbst setze mir bei der künstlerischen Tätigkeit keine Grenzen, um mich nicht in meiner Kreativität einzuschränken. Aber es gibt sehr wichtige Regeln bei allem, was ich tue: Seele und Wille aller Beteiligten sollte keinem Zwang unterliegen. Gerade bei der Veröffentlichung von Werken muss man sehr wohl verantwortlich und global denken und handeln, da setzte ich mir klare Grenzen. Tabus zu brechen ist aber nicht mein Stil.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

An der Definition sind schon viele gescheitert. Meine Antwort: Wenn der Künstler im Bild seine Spuren hinterlässt.
Ein Bild, von einem Passbildautomaten gemacht, kann Kunst sein, indem die abgebildete Person dem Bild Individualität verleiht. Deshalb ist die Definition "Künstler" für mich nicht auf den Fotografen reduziert, sondern trifft für alle Beteiligten am Bild zu. Viele vergessen, wie wichtig die Rolle des Models im Entstehungsprozess eines Aktes ist und damit meine ich nicht das bloße "zur Verfügung stellen" des Körpers.
Im Gespräch mit Modellen wurde ich schon öfters mit der Aussage konfrontiert: "Mit der Nacktheit habe ich absolut kein Problem, es ist ja nur meine Hülle, die ich zeige, mein Ich ist dabei nicht zu sehen." Das ist ein Irrtum, ein guter Akt, besonders ein Aktporträt, zeigt im Idealfall die Persönlichkeit des abgebildeten Models.
Ein Akt ist für mich Kunst, wenn in ihm die individuelle Handschrift der beteiligten Künstler zu erkennen ist.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Salvador Dalí, seine Werke inspirieren mich von Jugend an.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Fotografie ist für mich nur eine Ausdrucksform. Ich habe mich vor 20 Jahren an der Malerei versucht, und auch die "begreifbaren" Formen der Bildhauerei und Plastik ziehen mich immer wieder in Ihren Bann und beeinflussen zusehends meine fotografische Tätigkeit. Auch Steine haben mich schon immer fasziniert.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Dutzende von Projekten geistern in meinem Kopf herum. Sehr große, bühnenbildgleiche Bilder mit vielen Akteuren in denen man als Betrachter auf Entdeckungsreise gehen kann, zum Beispiel eine Neuinterpretation von Tiepolos Deckenfresko "Vier Kontinente". Umfangreiche Studien mit tänzerischen Akten in Bewegung werde ich in Zukunft realisieren. Die isländische Landschaft mit ihren Elfen und Feen zieht mich magisch an, dort möchte ich ein Aktshooting machen.

Andreas Reh

Andreas Reh ist Autodidakt. Er lebt und arbeitet in Gießen. Eine Ausstellung und ein Buchprojekt sind in Vorbereitung

http://nudeart.andreasreh.de
mail@andreasreh.de

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