Akt Now: Oliver Rath - Aktfotografie

Akt Now: Oliver Rath

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: provokante Inszenierungen von Oliver Rath, der Anfang Oktober ein Buch und eine Ausstellung in Berlin präsentiert.
Junge Aktfotografie:die besten Aktbilder junger Fotografen

Oliver Rath, ohne Titel

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Alles, was verboten und verrucht ist, reizt mich. Die reine Persönlichkeit zeigt sich ohne Masken und Schleier.

Ohne sie entdecken viele meiner Modelle erst all ihre Facetten, abseits von Scham oder Konvention.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Der Reiz, ein Tabu zu brechen, ist der Antrieb meiner Fotografie. Daher gibt es auch kaum eine Grenze für mich. Tiefgehende Verachtung und Menschenunwürdiges brauche ich aber nicht als Stilmittel, dafür bin ich zu sehr Menschenfreund und Liebhaber der Genüsse.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Auch wenn ich das genau wüsste: Ich würde es für mich behalten. Oft ist es aber nur eine Kleinigkeit, ein Blick oder eine Armhaltung, die aus einem Akt etwas Besonderes, Ungreifbares und vielleicht Mystisches macht, etwas, das weit mehr zu beinhalten scheint als nackte Haut. 

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Nach dem Durchstöbern der Rubrik "Akt Now" war ich sehr inspiriert. Ich mache mich aber eher nicht an Namen fest, sondern mehr an Stimmungen, am Zeitgeschehen und den Welten, in denen ich mich bewege. Die verschiedenen Gesichter von Berlin inspirieren mich beispielsweise auf ganz unterschiedliche Art.

Was war der peinlichste Moment?

An sich ist mein Set frei von vordergründiger Begierde, deswegen war es mir doch recht peinlich, als mein Goldstück einmal bei einer Kampagne aus meiner Hotpants rausschaute. Das passiert mir eigentlich nie. Ich war leicht geniert.  

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Ich manipuliere meine Akteure lange auf den Zufall hin. Die Szenerien können minutiös geplant sein, nur, um letztlich genug Raum für den Zufall zu lassen.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich würde gerne mal eine Schlafwandlerin bei ihren nächtlichen Aktivitäten begleiten. Dabei könnte ich allerdings nur Beobachter sein, ich habe gehört, dass man Schlafwandler nicht wecken soll, weil sie unangemessen reagieren könnten. Wenn ich es recht bedenke, ist das Wecken dann vielleicht doch genau der richtige Weg zu meinem Fotoaugenblick. 

Oliver Rath - Berlin Bohème

Termin: 2. bis 5. Oktober 2014, Öffnungszeiten: täglich 10–19 Uhr, Humboldt-Box, Schlossplatz 5, 10178 Berlin
http://www.rath-photografie.de/