Akt Now! - Aktfotografie

Marc Blackie

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Marc Blackie
Akt Now: Marc Blackie:Akt Now: Marc Blackie

Marc Blackie

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Nun ja, unter unseren Klamotten sind wir ja ohnehin nackt. Ich vermute, dass Nacktkeit als aufregender empfunden wird als das Bekleidetsein. Und ich bin wohl ein ziemlich normaler Mann, wenn ich Frauen lieber in Situationen sehe, wo es keiner Kleidung bedarf. Wann auch immer.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Keine bewussten Tabus, nein. Ich habe Sperma- und Urin-Attrappen bei meiner Arbeit verwendet, bin also nicht zurückhaltend, wenn es darum geht, die Welt und die Funktionen des menschlichen Körpers zu erkunden. Ich denke also nicht, dass irgendwas für mich ein Tabu ist. Aber daraus folgt nicht, dass ich die Sachen einfach so zeige, sofern sie nicht relevant sind für meine künstlerische Absicht.


Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ich sehe keinen Grund, warum ein Foto mit Nacktheit nicht als Kunstwerk angesehen werden sollte. Es kommt alles auf die Obsessionen des Künstlers an und darauf, wie er sie transportiert. Nacktheit scheint allerdings besonders beliebt zu sein. Vielleicht wollen wir ja auch alle die ach so böse Nacktkultur voranbringen.


Gibt es inspirierende Vorbilder?

Der Filmemacher Koji Wakamatsu hat großen Einfluss auf mein Werk, ebenso der deutsche Künstler Hans Bellmer. Ich verweise in meinen Fotografien auch ziemlich offensichtlich auf Francesca Woodman und Nobuyoshi Araki.


Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Ich habe mich ebenso mit Film und Stop-motion-Animationen wie mit Fotografie beschäftigt, um meine Vorstellungen auszudrücken. Weibliche Nacktheit ist immer dabei immer noch ein Thema, aber genau wie meine Standbilder ist sie nur der Ausgangspunkt, um andere Felder zu entdecken. Dennoch würde ich den Betrachter einladen, sich zu überlegen, was die Bilder für ihn selbst bedeuten.


Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich war immer glücklich, wenn ich neue Menschen getroffen habe, mit denen ich arbeiten konnte – sei es beim Fotografieren, bei den Animationen oder dem Kurzfilm.

Steckbrief:

Der Autodidakt Marc Blackie, 36, kommt aus England und widmet sich unter dem Motto "Disappointend Virginity" einer monochromen Aktfotografie. Sein Markenzeichen ist nach eigenen Angaben "eine Mischung aus Erotik, Surrealem und Lustlosigkeit". Blackies Fotografien wurden zuletzt im Old Abattoir in London ausgestellt, seine Filme laufen am 25. und 26. Juli im Rahmen des Rushes Soho Shorts Filmfestivals, ebenfalls in London.
http://www.disappointedvirginity.com
mb@disappointedvirginity.com