Akt Now! - Junge Aktfotografie

Akt Now: Jens Kamke

Er gehört zu den ältesten Themen der Kunstgeschichte: der Akt. Mehr denn je sind junge Künstler von der Darstellung der Nacktheit fasziniert. Unsere neue Serie "Akt Now!" präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: sechs Fragen an Jens Kamke.
Akt Now: Jens Kamke:Die neue Serie über junge Aktfotografie

Jens Kamke: aus der Serie "Eisbär"

Herr Kamke, was reizt Sie an dem Thema Akt?

Jens Kamke: Erst mal interessiert mich der Mensch, mit all seine Stärken und Schwächen, Gefühlen, Begierden und Abgründen. Der menschliche Körper ist eine der schönsten Flächen, die es sich zu fotografieren lohnt, um den Betrachter zu entblößen, ihn zu einer Positionierung zu bewegen. Ich mag konzeptionelle Arbeiten, die Sehgewohnheiten bedienen und sich gleichzeitig ihrer entziehen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Der Porträtierte muss aus freien Stücken handeln, und dazu gehört auch die Freigabe seines Abbildes für meine Zwecke. Im Falle eines Selbstporträts wie hier, bin ich in der glücklichen Lage, meinen Körper als Figur einzusetzen, ohne auf den Menschen hinter dem Bild Rücksicht nehmen zu müssen. Desweiteren kann ich niemanden zwingen meine Bilder anzuschauen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ein Aktfoto wird zur Kunst, wenn es jemand dazu erklärt: ein Künstler, ein Studierter, ein Sammler oder der Mann unten aus dem Westfaleneck. Im besten Falle alle vier. Als Künstler suche ich Bilder, die schön anzuschauen sind und das Anschauen schön in Frage stellen. Der Betrachter darf sich seiner Sache nicht zu sicher sein.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich mag die Anwesenheit der Kunst und des Humors bei Timm Ulrichs "Bildbeispielen aus Pornoheften" oder die gleichzeitige Abwesen- und Anwesenheit des Körpers bei Katharina Bosses "Realms of Signs, Realms of Senses". Und natürlich Hippolyte Bayards "Selbstporträt als Ertrunkener".

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Ich benutzte mich auch mal angezogen als Individuum in meinen Fotografien. Oder ich arbeite mit vorhandenem Bildmaterial, das ich neu interpretiere. Dabei umkreise ich meist das Thema Identität, menschlicher und fotografischer Natur.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Das verrate ich nicht.

Steckbrief:

Hochschule/Ausbildung: Seit 2004 Studium Fotografie, Fachhochschule Bielefeld

Alter: 32

Nächste Ausstellung: kyep 03 (in Planung)

Kontakt: jkamke (at) web.de

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