Akt Now! - Aktfotografie

Paula Aparicio

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Paula Aparicio
Akt Now: Paula Aparicio:Akt Now: Paula Aparicio

"Anahi el dia de la eco."

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich persönlich gehe Fotografie nicht aus einer Perspektive von konkreten Themen an. Genauso wenig interessiert mich das strukturelle Herangehen wie die Serie.

Ein Akt ist für mich nichts Abstraktes; es ist kein Thema, das mich dazu anhält, es zu analysieren. Es ist wie es ist. Die Nackten in meinen Fotos sind nicht bloß Nackte, sondern verschmelzen mit der Szenerie, der Umgebung. Es gibt kein Modell, sondern eine Person mit Charakter und Persönlichkeit, jemanden, den ich mag und von dem ich beschlossen habe, ein Foto zu machen.


Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Wenn es mir möglich wäre, bis zum Himmel und zurück. Tabu: keins.


Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Darauf weiß ich keine Antwort. Ein Teil dieser Unwissenheit ergibt sich aus meinen Schwierigkeiten, Kunst zu verstehen und zu charakterisieren. Diese Teilung zwischen Art und Gattung verwirrt mich sehr. Ich weiß nicht, ob ich Kunst mache, weil ich nicht weiß, was Kunst ist.
Ich mache Fotos und studiere Kunst. Ich hoffe, dass ich das Studium abschließe und dann diese Konzepte verstehe – oder wenigstens trennen kann zwischen den klassischen Konzepten und ihrem Gebrauch, um Kunst erklären und einordnen zu können.


Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ja, sicher. Maler gibt es Tausende. Aber eher Fotografen: Nan Goldin, Sally Mann, David Hamilton, Diane Arbus und viele mehr. Auch durch das Portal flickr verschaffe ich mir Zugang zu Fotografen aus vielen Teilen der Welt, von denen ich viel gelernt habe und noch lerne. Musik, Essen, Kino, Bücher, Leute, meine Freunde, meine Familie, reisen, bei mir zu Hause sein, bei anderen. Die richtige Antwort wären unzählige Punkte ...


Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Die Fotos, die ich zur Zeit mache, beschäftigen sich mit meinen beiden alltäglichen Blickwinkeln: der eine sozusagen erdverbunden, der andere eher außerirdisch. Ich bin ständig auf der Suche nach ehrlichen und überzeugenden Bildern von bestimmten Situationen. Mal kann ich jemanden dabei beobachten, wie er kurz nach dem Aufstehen frühstückt, eine Sekunde später einen Dämon, der vom Licht vertrieben wird, und nach einer Stunde ein Geschöpf, das durch einen Wald streift, und abends dann eine Freundin, die weint, weil sie sich mit irgendjemandem gestritten hat. All diese Situationen reihen sich subtil aneinander, so dass ich kaum den Übergang von der einen zur nächsten spüre. Meine größte Herausforderung ist, dass sich das auf den Fotos widerspiegelt.


Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich habe zwei im Kopf. Das eine wäre die Nacht in Buenos Aires, die ich gern dokumentieren würde. Das andere, völlig konträre Thema wäre Landschaft. Dabei möchte ich nicht nur Fotos machen, sondern sie kopieren, montieren und den Ausstellungsraum so ausstatten, dass die Fotos nicht nur visuell, sondern auch über andere Sinne erfahrbar werden.

Steckbrief:

Die 22-jährige Paula Aparicio lebt seit ihrer Geburt in Buenos Aires. Dort studiert sie Kunst, belegte aber auch Kurse in Fotografie und bildet sich autodidaktisch weiter. Derzeit arbeitet sie an einer Edition ihrer Fotografien des letzten Jahres.
http://paulaaparicio.tumblr.com/
paulaaparicio.ph@gmail.com