Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Miss Aniela

Er gehört zu den ältesten Themen der Kunstgeschichte: der Akt. Mehr denn je sind junge Künstler von der Darstellung der Nacktheit fasziniert. Unsere neue Serie "Akt Now!" präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: sechs Fragen an die Fotografin Miss Aniela.
Akt Now: Miss Aniela:Die Serie über die besten Aktbilder junger Fotografen

Miss Aniela: Aus der Serie "Multiplicity"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ich mag die Form des menschlichen Körpers und die Stellungen, die er einnehmen kann. Das heißt nicht unbedingt, dass es ein weiblicher Körper sein muss. Aber als eine Frau, die Spaß an Selbstporträts hat, habe ich mich bisher vornehmlich mit der weiblichen Körperform beschäftigt.

Mir gefällt auch, dass die Bilder durch die Nacktheit zeitlos sind, dass sie nach nichts Bestimmtem aussehen, sondern dass die Form des Körpers akkurat vermittelt wird. Mir gefällt auch, wie Akte in der Malerei eingesetzt werden, zum Beispiel im Werk von Balthus.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich versuche, die Balance zwischen Erotik und einem neutralen "Akt" zu halten. Ich finde es nicht gut, wenn das Bild zu sexuell wird, oder zu explizit, so wie etwa in der Fetisch-Fotografie. Generell gefällt es mir nicht, wenn Frauen sich für Bilder ausziehen, dann aber doch ihre Brustwarzen verdecken, weil das der Idee des souveränen "Akts" widerspricht. Trotzdem bin ich für Subtilität. Auf vielen meiner Aktbilder kann man die Genitalien oder auch die Brustwarzen nicht deutlich sehen. Sie sind von der Seite und nicht frontal fotografiert. Das ist nur so eine Vorliebe. Ich finde es gut, wenn der Akt dynamisch ist, und nicht selbstbewusst.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Viele verschiedene Aktdarstellungen können Kunst sein, von meinem eigenen Geschmack einmal abgesehen. Es hängt davon ab, in welchen Zusammenhang der Akt gestellt wird. Im Idealfall versucht er, irgendwie herausfordernd zu sein und nicht bloß im Klischee verhaftet zu bleiben oder Porno zu sein – wobei nichts dagegen spricht, dass eine pornografische Darstellung selbst nicht auch Kunst sein kann. Ich bevorzuge, wie gesagt, Aktdarstellungen, die subtil und nicht übermäßig erotisch sind.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich habe ein ganzes Sortiment an Vorbildern. Vieles kommt von Flickr, aus Träumen, aus der Kindheit, Literatur, Malerei, dem Kino. Ich sollte mir mehr Fotografiebücher und Ausstellungen ansehen, und vielleicht weniger Zeit im Internet verbringen. Eine Künstlerin, die ich online kennengelernt habe, die mich sehr inspiriert, ist Rossina Bossio.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Träume, Tod, Angst, Glück, Fantasie, Illusionen, Tricks, Trompe l’oeil, das Selbst, Frauen, Feminismus, Gender.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich würde gern mal eine Bilderserie zu den verschiedenen Themen des Gemeinwohls machen, des Menschen wie des Planeten: zum Beispiel Nachhaltigkeit, Müllreduzierung, Recycling, die Verwendung von natürlichen, nicht-synthetischen Produkten in allen Lebensbereichen, gegen Vergiftung und Umweltverschmutzung. Ich würde diese Dinge gern auf spannende und farbenfrohe Art vermitteln.