Akt Now - Aktfotografie

Akt Now: Maxime Imbert

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Maxime Imbert und seine düster-melancholischen Schwarzweiß-Fotos
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Maxime Imbert: "Ohne Titel", 2013

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Meine Anregung kommt ursprünglich von der Idee, neue Leute kennenzulernen. Unbekannte zu fotografieren ist attraktiv und inspirierend. Dann in deren Wohnung und Schlafzimmer zu landen, ist für mich wie Heroin.

Das Nackte an sich kommt später und kann auf verschiedene Wege eingefangen werden. Und überhaupt: Nacktheit gibt es ja nur, weil wir Klamotten tragen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich versuche, meine Models zu nichts zu zwingen und bleibe beim Fotografieren immer locker. Als Mann, der nackte Frauen ablichtet kann das zwar falsch verstanden werden, trotzdem habe ich keine Tabus. Es ist in Ordnung für mich, so weit zu gehen, wie es das Model wünscht, ohne dabei die Grenze zu Pornografie zu überschreiten.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Darauf habe ich keine wirkliche Antwort. Es hängt von der bewertenden Person ab, ob es für sie Kunst ist oder nicht. In meinem Fall sehe ich Nacktfotografie dann als Kunst an, wenn es mich die Nacktheit vergessen lässt und mich auf einer tieferen Ebene berührt, als einfach jemand ohne Anziehsachen zu sehen.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Mich inspirieren verschiedene Dinge. Als erstes meine Models. Was ich an Fotografie so liebe, ist die ewige Jagd nach Gesichtern. Das Adrenalin, wenn man es findet, ist umwerfend, als würde man sich verlieben. Dann inspirieren mich auch Filme, Musik, Orte. Aber auch Fotografen wie Emmet Gowin, Dirk Braeckman, Jock Sturges und die neuerdings entdeckte Vivian Maier.

Welche Rolle spielt die Inszenierung und der Zufall in ihren Fotografien?

Ich schätze meine Bilder auf 50 Prozent Inszenierung und 50 Prozent Zufall ein. Dabei gebe ich der Person, die ich fotografiere, immer die Freiheit zu tun, was sie möchte. Klar sage ich manchmal "Geh da hin" oder "Schau mal nach da", aber ich bin kein Kontroll-Freak. Das wichtigste ist, dass das Foto natürlich bleibt.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Einen Van zu kaufen, ihn mit Kameras und Filmen zu beladen und dann die Straßen unsicher zu machen – das ist mein Traum. Es ist ein bisschen klischeehaft, aber ich habe da so ein "Richard Avedon's American West"-Projekt im Sinn. Einfach reisen, neue Leute aus aller Welt kennenlernen und sie ablichten. Das muss echt eine unbezahlbare Erfahrung sein.

<b>Steckbrief</b>:

Hochschule/Ausbildung: Fine Art BA Central Saint Martins



Alter: 24



Website: maximeimbert.com / maximeimbertphotography.tumblr.com



Kontakt: maxim.imbert@gmail.com
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