Akt Now! - Aktfotografie

Akt Now: Jennifer Loeber

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Jennifer Loeber
Junge Aktfotografie:Die besten Aktbilder junger Fotografen

Jennifer Loeber: "Clinton Hill #3"

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Mich interessiert die Interaktion von Künstler und Model – die äußere Spannung von inneren Geschichten.

Model eines Aktfotografen zu sein, bedeutet für die meisten Menschen, in eine fremdartige Rolle zu schlüpfen. Ich schaue dabei auf den Verwandlungsprozess, der abläuft, wenn sich jemand mit der Erkenntnis, dass ein fremder Blick auf ihm liegt, entblößt.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Mein Model gibt das Ausmaß vor, in dem er oder sie ihre Nacktheit präsentieren möchte. Solang es legal ist, ethisch vertretbar und aus beidseitigem Einverständnis heraus geschieht, habe ich keine Einwände, was immer sie vorschlagen.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Es hängt stets vom Betrachter ab zu entscheiden, ob es sich um ein Kunstwerk oder um Pornografie handelt. Diese Einschätzung ist rein subjektiv.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Eine meiner Serien wurde durch einen meiner liebsten Filmproduzenten inspiriert: Stanley Kubrick und sein schöner und bewegender Einsatz von Licht.

Gab es einen peinlichen Moment?

Nein, es gab keinen. Obwohl, als meine Kamera in der Mitte des Shootings auf einmal kaputtging, war das mehr als unpraktisch.

Welche Rolle spielen die Inszenierung und der Zufall in Ihren Fotografien?

Jedes Bild entstand bei den Models zu Hause, jedoch gebe ich abgesehen vom Lichtabgleich keine konkrete Richtung vor.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Ich arbeite schon seit langem an einer Serie mit dem Namen "Gyrle" über eine Transgenderfrau, die ich persönlich traf, als wir Jugendliche waren. Damals identifizierte sie sich selbst noch als Mann. Das Projekt ist sowohl Kommentar als auch Recherche dessen, was wir als "weiblich" bezeichnen und welche Verhaltensweisen die Gesellschaft durch die Rolle der Frau vorgibt (sowohl in biologischer als auch in geschlechtsspezifischer Hinsicht)

Jennifer Loeber

Die Fotografin berichtet: Die Idee Aktporträts zu machen, entstand, als ich über den New Yorker Subway fuhr und so tat, als hätte ich den Mann im Mittelgang, der an seinen Sachen herumfummelte, um sich mir gegenüber im nächsten Moment zu entblößen, nicht gesehen. Es schien ihm merklich unangenehm zu sein, dennoch hielt er von seinem Vorhaben nicht ab. Ich fühlte mich unbehaglich, war jedoch gleichzeitig fasziniert mich selbst als unabsichtlichen Teilnehmer in dieser mehr als ungewöhnlichen Begegnung wiederzufinden. Daraufhin stellte ich mir die Frage: "Können die Dinge, die einer Person unangenehm sind, über das Innenleben eines Menschen Auskunft geben?"

Nächste Ausstellung:

Die Serie "Left Behind" ist derzeit im Fuchs Projects in New York City zu sehen

Robin de Puy auf Sticky Stuff

Ausbildung: Massachusetts College of Art, Bachelor of Fine Art in Fotografie

Auszeichnungen:

- Terry O'Neill TAG Award Nominierung

- Photolucida Critical Mass

- Project Competition Honorable Mention, CENTER, NM


Alter: 40
http://jenniferloeber.com
jenniferloeber@gmail.com